Dienstag, 1. Januar 2008

Chronologie des Wahnsinns

Nüchtern betrachtet war der Dezember jetzt nicht unbedingt der Monat, auf den ich unter keinen Umständen hätte verzichten können. Zu viele schlechte Nachrichten auf einmal. So fand Frau Rosenrote es zur Enttäuschung des ein oder anderen vollkommen legitim, sämtliche Einladungen zu Silvester schlicht auszuschlagen und eine Nacht auf dem Sofa, mit Buch und Oropax, Wein und schwarzer Schokolade als angenehme Alternative in Betracht zu ziehen. Doch wie das so ist, es kommt anders als man das geplant hat.

Denn Frau Rosenrote kam es kurz vor Weihnachten in den Sinn, doch mal einem alten Liebhaber einfach „Hallo“ zu sagen. Nach sechs Jahren kann man guten Rechts behaupten, es sei mittlerweile mehr als genug Gras über die Vergangenheit gewachsen. Chatten, Kaffee trinken, Doppeldeutigkeiten. Dann klingelte am 31. Dezember 2007, 16:32 Uhr das Handy. Und weckt mich. Um mir zehn Sekunden nach Annahme des Gespräches sehr uninformell mitzuteilen, daß der Akku leer sei. Nach Beseitigung dieses Problems wurde das Gespräch dann anderweitig aufgenommen und meine absolute Lieblingsfrage dümpelte irgendwann träge an mir vorbei: "Was machst Du Silvester?" Das Ende vom Lied? Um 16.54 Uhr - laut Rechner - "Hol mich um halb neun ab".

Ankunft bei ihm: 20.45 Uhr. Halbe Stunde später stehe ich nackt in seinem Wohnzimmer und gieße Whisky in ein großes Glas. Reiche es weiter mit den Worten "Wer hat denn eben gesagt, er müsse sich wohl erst Mut antrinken? Prost und runter damit." Und diese Mischung von absolutem Erstaunen und nicht wissen, ob Geilheit jetzt in Ordnung wäre, die sich in seinem Gesicht abzeichnet, geht runter wie Öl.

Halb elf habe ich es geschafft, das Bett komplett abzuräumen und ein Ikea-Regal zu verwüsten – ohne nennenswerte Erinnerungen daran zu haben, wie das passiert sein könnte. Zeit für eine Pause. Nackt vor dem Schreibtisch sitzen, wild durch sämtliche Musikstile hinweg Playlisten zusammen stellen, Joint rauchend und ein bißchen alberne Youtube-Videos anschauen um herunter zu kommen.

Den Start des neuen Jahres habe ich nicht mit bekommen. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt, was zwischen meinen Schenkeln passierte. Und "Sag mal, knallen die da draußen etwa schon?" war dann doch wirklich nur noch rhetorisch. Wenn da draußen schon Krach herrscht als wäre der nächste Weltkrieg ausgebrochen, spricht auch nichts dagegen, Alanis Morrisette mit "I'm a bitch, I'm a lover" so laut aufzudrehen, daß man das eigene Gröhlen des Textes nicht mehr hört. Oh yes, I'm your hell, I'm your dream, I'm nothing inbetween ...

Irgendwann hört die Böllerei auch wieder auf. Und ich bin hungrig. Wozu gibt es Tiefkühlkost für den Backofen? Auf Zehenspitzen stellen, anlehnen, über die Schulter schauen. "Was machst du da?" "Was zu essen." "Gute Idee." "Und was wird das hier? Du nackt in meiner Küche? Kleine Nummer vor dem Essen in der Küche?" Kurz darauf die Feststellungen, daß die Arbeitsplatte ein paar Zentimeter zu hoch ist und ich angeblich verrückt sei ... Kann ich mit leben.

Ich habe die Karten in der Hand und ich weiß, wie ich jede einzelne davon ausspielen muß. Jedesmal, wenn er glaubt, das wäre es jetzt gewesen, setze ich einen drauf. Weil ich Lust dazu habe. Weil ich einfach gierig bin und keinerlei Ambitionen verspüre, mich deswegen schämen zu müssen. Bis das Ende kommt. Morgens um halb acht. Als ich mich satt und zufrieden schnurrend unter der Decke zusammen rolle und einschlafe.

Am Morgen Schweigen beim Frühstück. Nicht die unangenehme Art, weil man sich nicht mehr in die Augen schauen kann, sondern einfach gemeinsames Nachhängen in den eigenen Gedanken. Alles in allem war das ein wirklich geiles Silvester. Wenn es das bescheidenste Jahr seit langem werden sollte, dann hat sich der Anfang wenigstens so richtig gelohnt.

Und, wie habt Ihr den Übergang von 2007 zu 2008 gestaltet?

Montag, 31. Dezember 2007

Guten Rutsch!

Ich wünsche all unseren Lesern ein wunderschönes Silvester und einen guten Start ins Neue Jahr. Laßt das mit den Vorsätzen, genießt lieber das Leben ;-)

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Von einer, die auszog ...

... um eine Affäre zu beenden und plötzlich einen Schlüssel zur Wohnung des anderen besaß.

Nein, das ist kein Witz. Eher im Gegenteil. Denn inmitten der entflammten Diskussion über warum, wieso, weshalb klingelte das Telefon. Ein ihm nahestehender Mensch liegt im Sterben.

Deswegen habe ich jetzt einen Schlüssel. Auch wen ich den gar nicht haben wollte. Nicht haben will. Weder den Schlüssel noch den Mann so wirklich.

Dumm gelaufen.

Dienstag, 27. November 2007

...

Die Tage in der Innenstadt. Frau Rosenrote schlendert gemütlich durch die Fußgängerzone, guckt in Schaufenster und will neue Kopfhörer für unterwegs kaufen. Plötzlich schallt es von links "Lange nicht gesehen!".

Ich drehe mich um und erblicke die Ex-Freundin eines Bekannten, die ich nicht mehr gesehen habe, seit sie eben Ex-Freundin ist. Nicht, daß ich da jetzt so großen Wert drauf gelegt hätte, schließlich sind meine Telefonnummer der Dame ja bekannt. Wie es mir denn gehen würde. Und wie man das so erwartet, antworte ich natürlich mit "gut" und stelle die angemessene Gegenfrage. All das überflüssige Gerede geht mir ein wenig auf den Keks, ich mochte Smalltalk noch nie so wirklich. Doch dieser kleine Plausch sollte schnell interessanter werden als ich vermutet hätte, denn plötzlich platzt wie eine Bombe folgende Frage vor meinen Füßen: "Und, hat mein Ex sich schon an dich rangeschmissen?"

Da stehe ich also, vollkommen verdutzt und alles, was mir einfällt, ist die Gegenfrage, warum er das denn tun solle. Ihre Augen glitzern boshaft. "Weil er schon immer scharf auf dich war!" Auch darauf fällt mir nicht wirklich etwas gescheites ein und während ich darüber nach grübel, ob mir jemals etwas aufgefallen ist, was darauf hindeuten könnte, daß sie recht hat, schinde ich Zeit. "Wie kommst du darauf?" Ein triumphierendes Lächeln zieht über ihr Gesicht. "Na, es ist doch allgemein bekannt, daß du eine Schlampe bist und Männer stehen auf so etwas!" Während sie mir diesen Satz um die Ohren haut, versucht sie, auf mich hinunter zu blicken. Was zugegeben etwas schwer ist, wenn man einen Kopf kleiner ist als ich.

Autsch. Ich muß nicht lange überlegen, meine Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: "Weißt du, ich mag im Gegensatz zu dir eine Schlampe sein, allerdings habe ich eine Menge Spaß ..." Ich lasse den Satz absichtlich unvollendet und darf zusehen, wie sie langsam auseinander puzzelt, daß ich sie gerade beleidigt habe. "Dann wünsche ich dir viel Spaß mit ihm, er ist ohnehin totlangweilig im Bett," giftet sie.

"Weißt du, daß ist wie beim Sport. Man spielt immer nur so gut oder schlecht wie sein Gegner. Ich kann mich nicht beschweren, ich hatte eine Menge Spaß mit ihm und er war gut. Aber was weiß ich schon, ich bin nur eine Schlampe," sage ich, drehe mich lachend um und gehe. Wenn Blicke töten könnten, wäre ich vermutlich keine drei Schritte weit gekommen bevor ich leblos auf das Pflaster der Fußgängerzone gesunken wäre.

Schlampe. Ein Begriff, mit dem ich immer wieder mal bedacht werde. Von dem Standpunkt derer aus, die mich so bezeichnen, bin ich das vermutlich. Und es zeigt mir nur, wie viel Angst sie eigentlich vor mir haben müssen - daß ich ihnen ihre Freunde wegnehme. Die nicht verstehen, daß ich mitnichten mit jedem ins Bett gehe und daß ich mich nicht dafür schäme, über Sex zu reden oder einfach nur Witze zu machen. Ich kann über Doppeldeutigkeiten und Anzüglichkeiten lachen und genauso mein eigenes Geschlecht kräftig auf die Schippe nehmen.

Vielleicht wird diesen Mädels irgendwann mal bewußt, daß sie ihre Freunde nur auf dumme Ideen bringen, wenn sie ihnen immer wieder unterstellen, daß sie mich auch gerne mal flachlegen würden ... Bis dahin bleibe ich vermutlich die böse Schlampe, die Männer zum Nachtisch verschlingt.
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Schneeweischens & Rosenrotes elf Minuten

Wir sind ...

... zwei Frauen.
... Jägerinnen.
... Sammlerinnen.
... so jung wie wir uns fühlen.
... uns in vielen Dingen sehr ähnlich.
... in anderen Dingen wiederum sehr verschieden.
... so nett, dem Bösen Wolf die Türe zu öffnen.
... bereit, ihn seine Geschichten erzählen zu lassen.
... erreichbar unter:

elf.minuten (ät) web.de

ICQ:
456-561-048 Rosenrote
426-998-556 Schneeweischen

Andere meinen ...

http://www.spiegel.de/spie gel/0,1518,537317-2,00.htm l
http://www.spiegel.de/spie gel/0,1518,537317-2,00.htm l
fluff (anonym) - 27. Feb, 00:26
hab eben folgendes zitat...
hab eben folgendes zitat erhalten wollte es einfach...
fluff (anonym) - 27. Feb, 00:18
Stöckchen für...
bei mir abzuholen :)
Sandra-Lia (anonym) - 20. Jan, 22:43
grüsse
auch dir( und euch mitlesern) ein glückliches...
AnjinSan (anonym) - 7. Jan, 21:43
jup. so seh ichs auch....
jup. so seh ichs auch. danke, gleichfalls
fluff (anonym) - 3. Jan, 17:01

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SRTitel07

Online seit 576 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 27. Feb, 00:26

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