Dienstag, 24. Juli 2007

Zugfahrt - Teil III

So lange her. Fast vergessen das Gefühl, einen Schwanz im Mund zu haben. Er läßt mich gewähren. Will nur wissen, ob ich eine Vorwarnung bräuchte. Nein! Ganz oder gar nicht. Es gibt jetzt keine halben Sachen. Ich jage ihn. Spiele mit seiner Lust. Hole ihn wieder runter wenn er mir zu weit dem Ziel entgegen strebt. Stehe selber wie unter Strom. Bis er nicht mehr kann. Mich hochzieht. Umdreht. Auf die Schlafbank drückt. Ich höre Rascheln. Safer Sex. Ein Blick über die Schulter. Er schummelt nicht. Und endlich. Endlich wieder gefickt werden. Ich auf den Knien, er hinter mir. Hände krallen sich in meine Pobacken. Er besitzt mich und mir ist das vollkommen recht. Kurz bevor er kommt, greift er mich und zieht mich an den Haaren ruckartig ins Hohlkreuz. Schmerz. Lust. Mehr davon.

Nackt lehnen wir am Fenster. Entlassen Rauch, der sofort zerrissen wird vom Wind. Schweißnass. Seine Hand ruht in meinem Rücken. Schweigend. Wer ist diese Frau, die dort rauchend am Zugfenster lehnt? Sie kommt mir vage bekannt vor. Ich sollte sie kennen. Ich hätte wissen müssen, was in ihr steckt. Und daß sie mehr will. Noch ein paar Stunden bis nach Hause. So lange bin ich in dieser kleinen, eigenen Welt, die auf Gleisen durch die Landschaft rattert. "Ich war noch nicht fertig mit dir," sage ich, ziehe ihn mit mir. Bin wieder auf den Knien und erwecke seinen schlafenden Schwanz. Verliere mich in dem, was ich tue. Lasse zu, daß er mich tief in die Kehle fickt. Kein Würgereflex, den ich bei der Länge eigentlich erwartet hätte. Er ist laut. Und er kommt, tief in meiner Kehle. Fast bewegungslos verharren wir in dieser Position. Nur das Rattern des Zuges. Sein schwerer Atem.

Er zieht mich zu sich hoch. Vorsichtig. Ich will geküßt werden. Gehalten. Aneinander gelehnt finden sich unsere Münder. Ich weiß nicht, wie lange. Als ob ich aufwachen würde finde ich mich plötzlich auf dem Rücken liegend wieder. Wie kommt sein Gürtel um meine Hände? Panik irgendwo in der Magengrube. Das geht zu weit. Oder? Hab ich das zugelassen? Ich muß wohl. Gegen meinen Willen fesselt mich keiner. Er läßt sich Zeit. Ignoriert mein Bitten, das wütend-frustrierte Flehen. Seine Hände, seine Zunge, sein Tempo. Ich zerre mit einem Knurren an dem Gürtel. Er hält und am nächsten Tag werde ich blaue Flecken am Handgelenk haben.

Irgendwann verliere ich den Überblick, das Zeitgefühl und vergesse, wo ich bin und warum. Ich kann nicht mehr sagen, was wann passierte. Ich verhalte mich wie eine trockene Alkoholikern bei einem Brauereibesuch. Rückfällig und ich kann davon nicht genug kriegen. Instinkt und Trieb steuern mich, mein Verstand ist schon mal vor mir nach Hause geeilt. Als er neben mir einschläft, ist es schon lange hell draußen. Sein Brustkorb senkt und hebt sich langsam. Ich bin hellwach. Schaue ihn lange an. Bis ich hoch schrecke. Haben die da gerade den letzten Bahnhof vor meinem ausgerufen? Mist. Ohne ihn zu wecken stehe ich auf. Ziehe mich an, nehme einen Kugelschreiber und schreibe "Du schuldest mir ein Frühstück!" in mein Buch. Lege es auf seine Tasche. Schleiche aus dem Abteil. Haste quer durch den ganzen Zug. Zu meinem Rucksack, der immer noch dort liegt wo ich ihn abgelegt habe.

Mein Rucksack und ich sind am Ziel. Bremsen quietschen, Türen öffnen sich. Frische Morgenluft umfängt mich. Ich bin mir übersensibel bewußt, daß ich vollkommen zerwühlt aussehen muß. Verwuschelte Haare, zerknitterte Klamotten, ungeduscht nach einer durchgevögelten Nacht. Türen schließen sich und der Zug fährt ab. Gedankenverloren schaue ich ihm nach bis er in einer Kurve aus meinem Blickfeld verschwindet. Um mich herum Pendler. Es ist Montag morgen und die Leute fahren zur Arbeit. Keiner nimmt Notiz von mir. Ich fühle mich gefickt, verdammt gut gefickt. Als wäre ich ein pulsierend roter Punkt in einem Meer von grau.

Die Treppen hinunter zum Taxistand merke ich, wie ein Lachen meine Kehle hochsteigt. Jetzt schauen mich die Menschen an, wie ich da mitten auf der Treppe stehe und lache. Das ist doch alles unwirklich! Das kann doch nicht passiert sein. Ein vollkommen Fremder. Im Zug. Das Klischee, die Phantasie schlechthin. Wer wird mir das schon glauben? Mein Körper versichert mir glaubhaft, daß es passiert ist. Und um das Klischee perfekt zu machen, fällt mir jetzt erst auf, daß ich ihn nie nach seinem Namen gefragt, geschweige denn ihm meinen verraten habe.
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Schneeweischens & Rosenrotes elf Minuten

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... bereit, ihn seine Geschichten erzählen zu lassen.
... erreichbar unter elf.minuten@web.de

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Schneeweischen - 6. Okt, 21:30
Wo steckst Du nur? Hast...
Wo steckst Du nur? Hast Du Dich vom Freibrief noch...
Stueck (anonym) - 3. Okt, 15:49
:-D
:-D
Schneeweischen - 25. Sep, 21:04
Warum war mir das klar??...
Warum war mir das klar?? *grübel*
Stueck (anonym) - 25. Sep, 15:14
Richtig
interessant wird es immer erst, wenn 'Stop' nicht mehr...
promisc - 25. Sep, 00:07

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Zuletzt aktualisiert: 11. Okt, 17:49

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