Zwei Männer
Es gab einige Kerle in meinen Leben. Meist waren sie eben so kurze Zwischenspiele in meinem Leben wie ich in ihrem. Dann gab es noch den Mann, der seine Gier auf Sex mit mir mit einem „Ich liebe dich“ rechtfertigte und mich dazu bringen wollte, ihm ebenfalls meine Liebe zu gestehen. Ich ging stattdessen nachdem ich langer Erklärungen überdrüssig geworden war. Ich liebte ihn nicht, ich mochte ihn und ich war nicht bereit, etwas zu sagen was ich nicht fühlte. Er hielt mir sein Herz vor, daß ich gebrochen hätte und versuchte mir Schuldgefühle einzureden. Vor kurzem lief er mir über den Weg, sah mich und verschwand flugs in einem Geschäft. Seine Begleitung stiefelte verdutzt hinter ihm her.
Die drei Worte „ich liebe dich“ scheinen mittlerweile ziemlich abgenutzt und blank gescheuert, wie ein alter Ledersessel. Man weiß, er gehört im Grunde auf den Sperrmüll, man behält ihn aber trotzdem weil man so daran hängt. „Ich liebe dich“ zu sagen ist für mich trotzdem immer noch etwas besonderes, das man nicht leichtfertig dahin sagen sollte nur weil man gerade guten Sex hatte. Ich verwechsel Sex nicht mit Liebe und ich ecke oft an, wenn ich für mich behaupte, daß ich Sex und Liebe trennen kann – gerade bei Menschen, für die es unvorstellbar zu sein scheint, mit jemandem Sex zu haben, den sie nicht lieben. Ich mag die Männer, mit denen ich mich in der Horizontalen vergnüge – so abgebrüht oder verzweifelt, daß ich mit Kerlen schlafe, die ich nicht leiden kann, bin ich ja nun auch nicht.
Es gibt in meinem Leben nur zwei Männer, die mir wirklich etwas bedeuten (der zweite ist nicht mein Vater ...). Zum einen mein Lebensgefährte M. - auch wenn unsere Beziehung mehr anfing als ein gegenseitiges „Ich mag dich, mal gucken wohin das führt“. Vielleicht bin ich zynisch oder desillusioniert, doch ich glaube nicht an die Liebe auf den ersten Blick. Liebe entwickelt sich, sie wächst mit der Zeit und sie wird größer, tiefer und intimer. So dachte ich auch zuerst, ich wäre verliebt in J. und nahm Abstand. Das Gefühl des verknallt seins verschwindet dann meiner Erfahrung nach meist von alleine wieder. Um so erstaunter war ich, als das Gefühl blieb und wesentlich tiefer saß als ich mir zuerst eingestehen wollte. Das konnte nicht sein, das durfte nicht passieren – man kann doch keine zwei Männer gleichzeitig lieben! Oder kann man doch?
Es hat ein paar Monate gedauert bis ich so weit war, die handelsüblichen Ansichten zum Thema Liebe über Bord werfen zu können und zu erkennen, daß ich offensichtlich nicht für Monogamie geboren bin – weder sexuelle, noch intellektuelle noch körperliche Monogamie. Und in M. habe ich jemanden gefunden, der genau das akzeptieren kann weil er ähnlich denkt. Er war auch lange Zeit der einzige Mann, der es schaffte, mich seelisch, körperlich und geistig zu berühren. Der diese drei Ebenen unter einen Hut brachte. Ich wußte nicht, was passieren würde wenn ich jemanden treffe, der das ebenfalls vermag. Nun, bei mir führte es dazu, daß ich mich zerrissen fühlte. Nicht mehr wußte, wo ich hingehöre. Nicht sicher war, was ich tun sollte. War ich mit M. zusammen, dann war ich mit den Gedanken und dem Herzen bei ihm. Verbrachte ich Zeit mit J., dann dachte ich nicht einmal an M. sondern genoß die gemeinsame Zeit. Nur wenn ich alleine war, dann dachte ich darüber nach, wie das bitte alles weiter gehen solle. Um ehrlich zu sein, ich drückte mich sehr geschickt davor, das Thema mit beiden zu besprechen.
Ich hatte Angst, daß es auf eine Wahl hinauslaufen könnte, die ich nicht hätte treffen können und wollen. J. und ich saßen eines Nachts mit einem Glas Rotwein bei ihm und auch wenn dieses „ich liebe dich“ nicht ausgesprochen wurde, es hing fühlbar im Raum. Für ihn war das Neuland, eine Frau zu lieben und doch nicht besitzen zu wollen. Er sah ganz klar, wenn er mich an sich binden würde, dann wäre es vorbei. Und es verwirrte ihn, daß ihm genau das nichts ausmachte, daß er mich nicht an sich binden wollte und ich ihn nicht an mich.
Man kann die beiden nicht miteinander vergleichen. Es wäre ähnlich sinnlos wie Tag und Nacht, Sonne und Mond oder Meer und Land miteinander zu vergleichen. Alles, was sie gemeinsam haben ist, daß sie besser kochen können als ich – was streng genommen nicht wirklich eine Kunst ist. Jeder spricht für sich eine andere Seite in mir an. Beide zerren nicht an mir, stellen keine Besitzansprüche sondern lassen mich sein, was ich bin. Jemand, in dessen Herz zwei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, ihren Platz gefunden haben. Sie wollen mich nicht ändern, nicht ihrer Vorstellung anpassen, sie wissen es zu schätzen, daß ich ab und zu unbequem sein kann und es interessiert sie nicht, was andere zu dieser seltsam anmutenden Konstellation zu sagen hätten.
Manchmal denke ich darüber nach, ob das wirklich so gut gehen kann und was passiert, wenn einer doch eine eindeutige Entscheidung von mir verlangen würde. Dann schiebe ich den Gedanken wieder von mir und widme mich der Gegenwart. Es ist nicht meine Art, mir über ungelegte Eier den Kopf zu zerbrechen. Und in der Gegenwart gibt es in meinem Leben einfach zwei Männer und es interessiert mich auch nicht großartig, was andere davon halten. Vorwürfe ala ich sei egoistisch, würde keine Rücksicht nehmen, ich würde mir etwas einreden, wüßte nicht was wirkliche Liebe sei oder ähnliches prallen meist an mir ab. Es ist eben einfach so, daß ich beide liebe. Jeden auf seine Weise und das macht mich reicher als es große, schwarze Zahlen auf meinem Bankkonto je könnten.
Die drei Worte „ich liebe dich“ scheinen mittlerweile ziemlich abgenutzt und blank gescheuert, wie ein alter Ledersessel. Man weiß, er gehört im Grunde auf den Sperrmüll, man behält ihn aber trotzdem weil man so daran hängt. „Ich liebe dich“ zu sagen ist für mich trotzdem immer noch etwas besonderes, das man nicht leichtfertig dahin sagen sollte nur weil man gerade guten Sex hatte. Ich verwechsel Sex nicht mit Liebe und ich ecke oft an, wenn ich für mich behaupte, daß ich Sex und Liebe trennen kann – gerade bei Menschen, für die es unvorstellbar zu sein scheint, mit jemandem Sex zu haben, den sie nicht lieben. Ich mag die Männer, mit denen ich mich in der Horizontalen vergnüge – so abgebrüht oder verzweifelt, daß ich mit Kerlen schlafe, die ich nicht leiden kann, bin ich ja nun auch nicht.
Es gibt in meinem Leben nur zwei Männer, die mir wirklich etwas bedeuten (der zweite ist nicht mein Vater ...). Zum einen mein Lebensgefährte M. - auch wenn unsere Beziehung mehr anfing als ein gegenseitiges „Ich mag dich, mal gucken wohin das führt“. Vielleicht bin ich zynisch oder desillusioniert, doch ich glaube nicht an die Liebe auf den ersten Blick. Liebe entwickelt sich, sie wächst mit der Zeit und sie wird größer, tiefer und intimer. So dachte ich auch zuerst, ich wäre verliebt in J. und nahm Abstand. Das Gefühl des verknallt seins verschwindet dann meiner Erfahrung nach meist von alleine wieder. Um so erstaunter war ich, als das Gefühl blieb und wesentlich tiefer saß als ich mir zuerst eingestehen wollte. Das konnte nicht sein, das durfte nicht passieren – man kann doch keine zwei Männer gleichzeitig lieben! Oder kann man doch?
Es hat ein paar Monate gedauert bis ich so weit war, die handelsüblichen Ansichten zum Thema Liebe über Bord werfen zu können und zu erkennen, daß ich offensichtlich nicht für Monogamie geboren bin – weder sexuelle, noch intellektuelle noch körperliche Monogamie. Und in M. habe ich jemanden gefunden, der genau das akzeptieren kann weil er ähnlich denkt. Er war auch lange Zeit der einzige Mann, der es schaffte, mich seelisch, körperlich und geistig zu berühren. Der diese drei Ebenen unter einen Hut brachte. Ich wußte nicht, was passieren würde wenn ich jemanden treffe, der das ebenfalls vermag. Nun, bei mir führte es dazu, daß ich mich zerrissen fühlte. Nicht mehr wußte, wo ich hingehöre. Nicht sicher war, was ich tun sollte. War ich mit M. zusammen, dann war ich mit den Gedanken und dem Herzen bei ihm. Verbrachte ich Zeit mit J., dann dachte ich nicht einmal an M. sondern genoß die gemeinsame Zeit. Nur wenn ich alleine war, dann dachte ich darüber nach, wie das bitte alles weiter gehen solle. Um ehrlich zu sein, ich drückte mich sehr geschickt davor, das Thema mit beiden zu besprechen.
Ich hatte Angst, daß es auf eine Wahl hinauslaufen könnte, die ich nicht hätte treffen können und wollen. J. und ich saßen eines Nachts mit einem Glas Rotwein bei ihm und auch wenn dieses „ich liebe dich“ nicht ausgesprochen wurde, es hing fühlbar im Raum. Für ihn war das Neuland, eine Frau zu lieben und doch nicht besitzen zu wollen. Er sah ganz klar, wenn er mich an sich binden würde, dann wäre es vorbei. Und es verwirrte ihn, daß ihm genau das nichts ausmachte, daß er mich nicht an sich binden wollte und ich ihn nicht an mich.
Man kann die beiden nicht miteinander vergleichen. Es wäre ähnlich sinnlos wie Tag und Nacht, Sonne und Mond oder Meer und Land miteinander zu vergleichen. Alles, was sie gemeinsam haben ist, daß sie besser kochen können als ich – was streng genommen nicht wirklich eine Kunst ist. Jeder spricht für sich eine andere Seite in mir an. Beide zerren nicht an mir, stellen keine Besitzansprüche sondern lassen mich sein, was ich bin. Jemand, in dessen Herz zwei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, ihren Platz gefunden haben. Sie wollen mich nicht ändern, nicht ihrer Vorstellung anpassen, sie wissen es zu schätzen, daß ich ab und zu unbequem sein kann und es interessiert sie nicht, was andere zu dieser seltsam anmutenden Konstellation zu sagen hätten.
Manchmal denke ich darüber nach, ob das wirklich so gut gehen kann und was passiert, wenn einer doch eine eindeutige Entscheidung von mir verlangen würde. Dann schiebe ich den Gedanken wieder von mir und widme mich der Gegenwart. Es ist nicht meine Art, mir über ungelegte Eier den Kopf zu zerbrechen. Und in der Gegenwart gibt es in meinem Leben einfach zwei Männer und es interessiert mich auch nicht großartig, was andere davon halten. Vorwürfe ala ich sei egoistisch, würde keine Rücksicht nehmen, ich würde mir etwas einreden, wüßte nicht was wirkliche Liebe sei oder ähnliches prallen meist an mir ab. Es ist eben einfach so, daß ich beide liebe. Jeden auf seine Weise und das macht mich reicher als es große, schwarze Zahlen auf meinem Bankkonto je könnten.
Rosenrote - 6. Dez, 03:15 - Kategorie: Nicht nur Sex

