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Beziehungsweise

Es gibt vermutlich so viele Auffassungen, wie eine gute Beziehung auszusehen hat wie es Menschen gibt, die Beziehungen führen. Zu einer guten Beziehung gehören nach allgemeiner Meinung manchmal Dinge, mit denen ich persönlich ein sehr großes Huhn zu rupfen habe oder die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann.

Sexuelle Treue:
Ich bin kein sexuell treuer Mensch. Ich bin loyal und mit mir kann man durch dick und dünn, gute und schlechte Zeiten gehen. Hat man mich erstmal an der Seite, ist es schwer, mich wieder loszuwerden - auch wenn ich in sexueller Hinsicht manchmal eigene Wege gehe. Es ist für mich kein Zeichen von Liebe, wenn mir jemand verspricht, nur noch mit mir zu schlafen. Es ist eine Verzichtserklärung in der Hoffnung, ich würde den gleichen Vertrag unterschreiben. Ich habe immer machen können was ich möchte und gerade diese Freiheit, selber wählen zu können, hat mich enger an den Menschen geschmiedet, der mir diese Freiheit gewährt hat. Es sollte selbstverständlich sein, daß man auf sich selber aufpaßt und die Verantwortung übernimmt für sein Handeln. Safer Sex ist somit obligatorisch, denn nichts gibt mir das Recht, den Menschen an meiner Seite mit einer Krankheit anzustecken. Genauso selbstverständlich sollte es sein, daß man seinem Partner das gleiche Recht gibt, das man für sich selber in Anspruch nimmt.

Eifersucht:
Ich weiß nie genau, ob ich Menschen auslachen oder aber bedauern soll, die mir ernsthaft erzählen, für sie gehöre Eifersucht zu einer guten Beziehung dazu. Für mich ist Eifersucht überflüssig und nichts geht mir mehr auf die Nerven, als wenn ich ständig mit Eifersucht konfrontiert werde. Eifersucht hat nichts damit zu tun, daß man seinen Partner liebt, sondern ist für mich ein klares Anzeichen, daß jemand Besitzansprüche stellt, mangelndes Vertrauen in sich selber hat, Angst hat und sich dem nicht stellt, Horrorszenarien vor dem geistigen Auge pflegt und versucht, die eigene Beziehung mit "Beweisen" für (meist gar nicht existente) Bedrohungen zu sabotieren.


Privatsphäre:
"Wir haben keine Geheimnisse voreinander." Ein Satz, bei dem sich mir die Nackenhaare hochstellen. Ich habe eine Menge Geheimnisse, sogar vor mir selber. Post, E-Mails, Handys, Rechnungen, Unterlagen, etc. des Partners sind für mich genauso tabu wie ich es auch von ihm erwarte. Unterhalte ich mich zum Beispiel mit einer Freundin über ihre Probleme am Telefon, dann geht meinen Partner das bei aller Liebe nichts an. Denn meine Freundin redet mit mir, nicht mit meinem Partner und ich habe schlicht nicht das Recht, ihre Probleme mit jemand anderem zu erörtern. Soviel Vertrauen sollte mein Partner schon in mich haben, dann nicht jedesmal die großen Verschwörungen hinter meinem Verhalten zu wittern. Ich muß nicht alles von meinem Partner wissen, auch wenn ich ein überaus neugieriger Mensch bin. Was er mir erzählen will, wird er mir erzählen - wenn nicht, dann hab ich Pech gehabt und es gibt weder einen guten Grund noch eine Rechtfertigung dafür, in den privaten Dingen meines Partners herum zu schnüffeln.


Freiraum:
Ich brauche eine Menge davon. Ich bin kein Mensch, der alles vierundzwandzig Stunden den Tag, sieben Tage die Woche gemeinsam machen kann. Davon werde ich aggressiv. Ich brauche Zeit für mich, meine Interessen, meine Freunde, meine Hobbies. Und wenn ich einfach nur in der Sonne liegen und mir einen gepflegten Sonnenbrand auf der Nase holen möchte. Ich frage auch nie "Was machen wir heute?" sondern bei mir lautet die Frage "Was hast du heute vor?" Und es ist mir zuwider, wenn jemand seine Bedürfnisse im Schrank verstaut, um sie mir dann später vorzuwerfen. Wenn mein Partner keine Lust hat, etwas mit mir zu unternehmen, sondern lieber mit seinen Kumpels zum Fußball oder Pokern oder in den Stripclub will, dann soll er das auch sagen und tun. Ich kann gut alleine bleiben, ich bin schließlich kein Kind mehr, bei dem man befürchten muß, daß es die Bude abbrennt während man nicht da ist. Auch hier gilt: Was ich mir nehme, gebe ich auch.
promisc - 20. Jun, 07:42

sic!

phallustus - 23. Jun, 00:05

respektabel!

dalrik - 4. Jul, 14:36

Zurecht

All diese Dinge machen einem nur das Leben schwer und bringen viele Probleme mit sich. Ich stimme dir auf ganzer Linie zu.

Wilde Orchidee - 15. Jul, 17:48

WOW!


wuscheln - 23. Aug, 19:51

Ach, die Eifersucht

Es ist gut, wenn die von Dir erwähnten Dinge in einer Beziehung von den Partnern abgeklärt sind. Vertrauen, Privatsphäre, und Freiraum sind essentiell, sexuelle Treue diskutabel.

Pauschal zu sagen, Eifersucht wäre schlecht und ein Anfall von Besitzverhalten finde ich falsch. Es ist eine Balance zwischen dem Über- und Unterschätzen einer zwischenmenschlichen Beziehung. Während die einen Probleme aus kleinen Zwischenfällen machen, schätzen Andere nicht wirklich was sie an ihrem Partner haben.

Ich selbst habe mich früher auch eher als "Tiger" gesehen und weniger als "Wolf" - und doch habe ich mich geändert. Man kann sich auch in einer sehr innigen Beziehung weiterentwickeln und gleichzeitig mit einem Partner durch das Leben gehen. Ich würde mit wenigen Menschen die Dinge teilen, welche ich mit meiner Mädchen teilen würde und mich einfach übergangen fühlen, wenn sie bestimmte Grenzen ohne auf meine Gefühle zu achten überschreitet.
Ich spreche dabei nicht von kranker Eifersucht, aber von einem minimales Maß an Eifersucht. Wenn diese notwendige kleinste Dosis fehlt, dann ist das Feuer aus.

promisc - 5. Sep, 18:26

»Pauschal zu sagen, Eifersucht wäre schlecht und ein Anfall von Besitzverhalten finde ich falsch. «

Dem widerspreche ich. Dieses Argument wird zu hundert Prozent nur von Menschen vorgetragen, welche von ihrer Eifersucht entweder nicht loskommen wollen oder das nicht auf die Reihe bringen können.

Der grundlegende Wesenszug der Eifersucht ist der Besitzanspruch am Partner (es gibt auch andere, weniger dominante Wesenszüge wie zB die Angst, allein gelassen zu sein) und ein Besitzanspruch an einem Partner ist de facto immer schädlich.

Alles was Du beschreibst, dieses innige, intime, höchst gemeinsame ist ohne weiteres auch ohne Eifersucht - vielleicht sogar noch besser, ehrlicher? - und mit einer ganz gehörigen Portion Feuer möglich. Meine Frau und ich sind dafür seit mehr als 14 Jahren der lebende Beweis. Machst Du das am Vorhandensein von Eifersucht fest, so lügst Du Dir entweder selbst in die Tasche oder setzt Deine Beziehung auf eine verdammt wackelige Grundlage. Oder sollte ich besser sagen 'Eine Sandbank namens Eifersucht'?
Rosenrote - 11. Sep, 13:06

Wenn Eifersucht für Dich das Feuer ist, daß eine Beziehung am Leben erhält, Prost Mahlzeit. Gut, es ist und bleibt Ansichtssache, doch ich kann und will diese Ansicht einfach nicht teilen. Ich gebe auf diesem Blog meine Ansichten wieder - ohne einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit zu erheben.

Was für Dich in Ordnung ist und wo mit Du leben kannst, ist für mich schon der Beginn des Endes. Eifersucht ist nie ein Problem des Partners, des anderen, sondern immer nur des Menschen, der eifersüchtig ist und nicht in der Lage scheint, sich der tieferliegenden Motivation seiner Eifersucht zu stellen. Das ist nämlich unbequem und tut weh. Und wer tut sich schon gerne selber weh?
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Schneeweischens & Rosenrotes elf Minuten

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... dürfen wir uns bald an "neuem" erfreuen !
Dragon2009 - 9. Dez, 07:29
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Johanna (Gast) - 1. Dez, 14:09
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Emily (Gast) - 26. Nov, 15:22
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Climax (Gast) - 26. Nov, 13:54
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Johanna (Gast) - 25. Nov, 14:12

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