...

Die Tage in der Innenstadt. Frau Rosenrote schlendert gemütlich durch die Fußgängerzone, guckt in Schaufenster und will neue Kopfhörer für unterwegs kaufen. Plötzlich schallt es von links "Lange nicht gesehen!".

Ich drehe mich um und erblicke die Ex-Freundin eines Bekannten, die ich nicht mehr gesehen habe, seit sie eben Ex-Freundin ist. Nicht, daß ich da jetzt so großen Wert drauf gelegt hätte, schließlich sind meine Telefonnummer der Dame ja bekannt. Wie es mir denn gehen würde. Und wie man das so erwartet, antworte ich natürlich mit "gut" und stelle die angemessene Gegenfrage. All das überflüssige Gerede geht mir ein wenig auf den Keks, ich mochte Smalltalk noch nie so wirklich. Doch dieser kleine Plausch sollte schnell interessanter werden als ich vermutet hätte, denn plötzlich platzt wie eine Bombe folgende Frage vor meinen Füßen: "Und, hat mein Ex sich schon an dich rangeschmissen?"

Da stehe ich also, vollkommen verdutzt und alles, was mir einfällt, ist die Gegenfrage, warum er das denn tun solle. Ihre Augen glitzern boshaft. "Weil er schon immer scharf auf dich war!" Auch darauf fällt mir nicht wirklich etwas gescheites ein und während ich darüber nach grübel, ob mir jemals etwas aufgefallen ist, was darauf hindeuten könnte, daß sie recht hat, schinde ich Zeit. "Wie kommst du darauf?" Ein triumphierendes Lächeln zieht über ihr Gesicht. "Na, es ist doch allgemein bekannt, daß du eine Schlampe bist und Männer stehen auf so etwas!" Während sie mir diesen Satz um die Ohren haut, versucht sie, auf mich hinunter zu blicken. Was zugegeben etwas schwer ist, wenn man einen Kopf kleiner ist als ich.

Autsch. Ich muß nicht lange überlegen, meine Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: "Weißt du, ich mag im Gegensatz zu dir eine Schlampe sein, allerdings habe ich eine Menge Spaß ..." Ich lasse den Satz absichtlich unvollendet und darf zusehen, wie sie langsam auseinander puzzelt, daß ich sie gerade beleidigt habe. "Dann wünsche ich dir viel Spaß mit ihm, er ist ohnehin totlangweilig im Bett," giftet sie.

"Weißt du, daß ist wie beim Sport. Man spielt immer nur so gut oder schlecht wie sein Gegner. Ich kann mich nicht beschweren, ich hatte eine Menge Spaß mit ihm und er war gut. Aber was weiß ich schon, ich bin nur eine Schlampe," sage ich, drehe mich lachend um und gehe. Wenn Blicke töten könnten, wäre ich vermutlich keine drei Schritte weit gekommen bevor ich leblos auf das Pflaster der Fußgängerzone gesunken wäre.

Schlampe. Ein Begriff, mit dem ich immer wieder mal bedacht werde. Von dem Standpunkt derer aus, die mich so bezeichnen, bin ich das vermutlich. Und es zeigt mir nur, wie viel Angst sie eigentlich vor mir haben müssen - daß ich ihnen ihre Freunde wegnehme. Die nicht verstehen, daß ich mitnichten mit jedem ins Bett gehe und daß ich mich nicht dafür schäme, über Sex zu reden oder einfach nur Witze zu machen. Ich kann über Doppeldeutigkeiten und Anzüglichkeiten lachen und genauso mein eigenes Geschlecht kräftig auf die Schippe nehmen.

Vielleicht wird diesen Mädels irgendwann mal bewußt, daß sie ihre Freunde nur auf dumme Ideen bringen, wenn sie ihnen immer wieder unterstellen, daß sie mich auch gerne mal flachlegen würden ... Bis dahin bleibe ich vermutlich die böse Schlampe, die Männer zum Nachtisch verschlingt.
Wilde Orchidee - 27. Nov, 19:15

Für mich jedenfalls sind jene die viel grösseren Schlampen, die ohne wirkliche Lust am Sex mit einem Mann pennen, um sich irgendwelche Vorteile zu verschaffen. Und sei es nur jener, endlich einen Mann zu haben... wenn es dann wirklich einer wäre.

Rosenrote - 5. Dez, 16:03

Es gibt viele Definitionen des hübschen, kleinen Wortes "Schlampe" und meist haben sie nur gemeinsam, daß immer die anderen die Schlampen sind ;-)

Ich finde immer noch, eine Schlampe zu sein hat absolut nichts negatives.
Wilde Orchidee - 15. Dez, 16:08

Also für mich gibt es sehr wohl auch das Positiv von Schlampe. Bisweilen fühle ich selbst mich sehr wohl als Schlampe. Der Kontext ist massgebend. *zwinker*
Toro (anonym) - 22. Dez, 17:53

Schlampe als Kosewort

Wenn Frauen in anderen Frauen eine potentielle Konkurrentin sehen, sind sie schnell mit der Bezeichnung "Schlampe" dabei. So nachzulesen in allen Internetforen, in denen es um Fremdgehen geht, um Fehltritte, Untreue oder wie auch immer das Einlassen des Partners auf eine andere Person bezeichnet wird.
Von daher war es beinahe unvermeidlich, dass Rosenrote in der erzählten Situation mit dem Prädikat Schlampe ausgezeichnet wurde.
Wenn ich (m) meine Liebste eine Schlampe nenne, dann aus einem anderen Grunde: ich spreche ihr damit ein Kompliment aus für ihre Scham-Losigkeit, für ihre Echtheit im Zeigen ihres Begehrens , ihres Wollens. (Womit sie offenbar nicht allzu weit von Rosenrote entfern ist.)
Genau dafür wurden Frauen jahrhundertelang mit dem Schimpfwort Schlampe bedacht. Da ich ihr Begehren jedoch nicht verachte, sondern achte, erlaube ich mir, das gleiche Wort umzuwerten zu einem Lob und einem Kompliment.

Rosenrote - 22. Dez, 19:02

Wunderbar ausgedrückt - und genau dann mag ich das Wort und werte es als Kompliment, wenn es von einem Mann kommt, der damit genau das als positiv hervor hebt was Frauen an mir so stört :-)
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Schneeweischens & Rosenrotes elf Minuten

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Recht hat sie, die Charlotte...
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promisc - 30. Mai, 09:26
http://www.spiegel.de/spie gel/0,1518,537317-2,00.htm l
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fluff (anonym) - 27. Feb, 00:26
hab eben folgendes zitat...
hab eben folgendes zitat erhalten wollte es einfach...
fluff (anonym) - 27. Feb, 00:18
Stöckchen für...
bei mir abzuholen :)
Sandra-Lia (anonym) - 20. Jan, 22:43
grüsse
auch dir( und euch mitlesern) ein glückliches...
AnjinSan (anonym) - 7. Jan, 21:43

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