Der Dreier

Wir wären zu dritt. Du, ich und ein anderer Mann. Der uns beiden sympathisch sein würde. Vielleicht wäre dieser flotte Dreier spontan aus einer Eingebung entstanden oder vielleicht auch eine gezielte Verabredung. Vielleicht hätte Dich Deine Neugier dazu bewogen, dem Geschehen zu zu stimmen, vielleicht auch einfach nur das Wissen, daß dieses Szenario zu den Dingen gehört, auf die ich unheimlich neugierig bin. Der Abend wäre auch schon fort geschritten – zumindest so weit, daß es vollkommen normal erscheint, nackt auf der Couch zu sitzen, Musik zu hören, sich zu unterhalten oder einen Joint zu teilen. Die Befangenheit der ersten Momente wäre verschwunden.

Ich würde hinter Dir sitzen, Du zwischen meinen Beinen. Du hättest Deinen Kopf auf meiner Brust liegen. Meine Arme würden sich sanft um Dich legen. Der Dritte und ich würden einen Blick tauschen, vielleicht auch eine fragende Geste. Die ich mit einem stummen Nicken beantworten würde. Dann käme er auf uns zu. Auf Dich zu. Würde mit einer geschmeidigen Bewegung Deine Beine sacht öffnen. Sich dazwischen knien und mit den Händen kraftvoll und dennoch sanft die Innenseite Deiner Oberschenkel hochfahren. Eine stumme Frage, die nur Du beantworten kannst.

Ich würde Deine Hände in meine nehmen. Meine Finger mit Deinen verschränken. Und Dir eine Brücke bauen, die den tiefen Abgrund von Zweifeln und Korsettbegriffen wie homo- oder bisexuell überspannt. Mein Blick würde Dir sagen, daß es hier nicht um Mann oder Frau geht. Sondern nur um Genuß, ihn schenken, erleben und erfahren. Eigene Grenzen zu sprengen und weit darüber hinaus zu gehen. Die eigene Moral und die Vorstellung, was sich gehört und was nicht, hinter sich zu lassen. Es wäre Deine Entscheidung: gehst Du über die Brücke oder nicht?

In meiner Phantasie würdest Du nach einigem Ringen mit Dir selber diese Brücke betreten und, in welcher Form auch immer, Dein Einverständnis geben. Der Dritte würde Dich anlächeln, eine Männerhand würde sich um Deine Eier, die andere um Deinen Schwanz legen. Er würde sich nach vorne beugen und Deinen Schwanz liebkosen während sich in Deinem Gesicht die widersprüchlichen Gefühle spiegeln würden. Es wäre ein fremdes Gefühl und trotz aller Fremdheit, oder vielleicht auch gerade deswegen, erregend. Du würdest zu Deinem Erstaunen fest stellen, daß Dein Schwanz sich langsam aufrichtet.

Irgendwann würde der Dritte Deinen Schwanz in seinen Mund nehmen. Und ich würde fasziniert zuschauen, wie er zwischen seinen Lippen verschwindet und wieder auftaucht. Würde jede Deiner Reaktionen aufnehmen. In meinem Blick würde sich Deine Erregung wieder spiegeln. Irgendwann würde es keine Rolle mehr spielen, daß es ein Mann ist, der Deinen Schwanz verwöhnt und Dir diese Erfahrung schenkt. Du würdest mich hinter Dir, meine Hände in Deinen Händen und die Lippen und Hände des Dritten an Deinem Schwanz spüren. So lange, bis Du Dich heiß in seinem Mund ergießt. Er würde sich aufrichten und ich würde ihn über Deinen Kopf hinweg küssen. Dich auf seinen Lippen schmecken.

Ich würde Dich weiter halten. Vielleicht eine Zigarette anzünden. Dich ziehen lassen. Mit einer Hand durch Deine Brusthaare kraulen. Und Dich sanft wieder zurück kommen lassen. Und vermutlich wäre meinem Blick immer noch anzusehen wie hochgradig mich das Geschehen erregt hat.

Wie gesagt, in meiner Phantasie. Doch wer weiß. Irgendwann vielleicht.

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