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Über uns

Freitag, 31. Oktober 2008

Die erste Beziehung prägt

Sagt der Volksmund. Er behauptet auch, daß frau den ersten Mann, mit dem sie Sex hatte, nicht vergißt. Oder sogar noch weiter gehend: er wird zum Maßstab all dessen, was folgen mag. Der Volksmund mag nicht immer recht haben, in meinem Fall hatte er das allerdings in weiten Teilen.

Dabei begann es eigentlich ganz harmlos. Junge im Alter von dreißig trifft Mädchen im Alter von zwanzig. Weil beide sich miteinander wohl fühlten und ein wenig verliebt waren, es war schließlich Sommer, trafen sie sich außerhalb der Arbeit. Küßten sich zum ersten Mal. Und waren irgendwann zusammen mit dem Grundgedanken "Ich mag Dich, ich fühl mich wohl mit Dir und dann schauen wir mal, was sich daraus entwickelt." Es wurde Liebe, es wurde Offenheit, es wurde Freundschaft, es wurde durch Dick und Dünn. Und sie veränderte mich in einer Weise, die ich damals nicht einmal vorherzusehen gewagt hätte.

Wie vermutlich jedes andere Mädchen in seiner ersten Beziehung war ich ziemlich "Wir" fixiert. Allerdings nicht für sehr lange. Schließlich lebte er in einer anderen Stadt was zur Folge hatte, daß wir uns eben nicht jeden Tag, sondern meist nur am Wochenende sahen. Mit der Zeit lernte ich das zu schätzen. Unter der Woche hatte ich genug Zeit, mich auf meine Ausbildung, meine Hobbies, meinen Nebenjob, meine Freunde und auf mich zu konzentrieren. Wir telefonierten jeden Abend miteinander und erzählten uns vom Tag. Die Wochenenden dagegen gehörten nur uns. Es gab keine Eifersuchtsdramen, wenn ich erzählte, ich war mit Freundinnen oder auch Freunden verabredet. Stattdessen bekam ich ein "Amüsier dich gut!" zu hören. Ich brauchte ein wenig, um ihm ebenfalls eine schöne Zeit zu gönnen, wenn er mit seinen Kumpels beim Fußball oder Billard oder was auch immer unterwegs war. Nie vergessen die Aktion als ich ihn vom Endspiel seines Lieblingsclubs aus dem Stadium nach Hause zitierte weil ich höchst beleidigt war, daß das nun unbedingt an einem Samstag statt finden mußte. Nach dem Streit fühlte ich mich nicht nur äußerst dämlich, sondern auch noch ziemlich egoistisch.

Irgendwann passierte es, daß ich mich in einen anderen Mann verguckte. Die Geschichte mit Flirten, rot werden und freuen, wenn man den anderen sieht. Und da genau das landläufig nicht unbedingt als etwas positives angesehen wird, wenn man in einer festen Beziehung liiert ist, quälte ich mich eine Weile damit herum. Allerdings nicht genug, um nicht doch mit dem Betreffenden in der Horizontalen zu landen. Die Neugier ist der Katze Tod. Damit hatte ich dann den Salat und das übliche Dilemma "Gestehen oder nicht?" Irgendwann hatte er zwar schon zu mir gesagt, daß er das nicht so eng sehen würde und von mir nur gerne hätte, daß ich mit ihm darüber rede. Ich kann mich daran erinnern, daß ich damals ziemlich verletzt auf diese Äußerung reagiert habe.

Ich hätte den Seitensprung damals verdrängen können. Einfach weiter im Text bis er nur noch eine Fußnote gewesen wäre. Habe ich allerdings nicht. Im festen Glauben, daß nun alles aus sei, sprudelte mein Geständnis vor seine Füße. Und was tat er? Grinste und fragte, ob es gut gewesen wäre. Hallo? Ich war schuldig, ich war böse, ich hatte die Strafe verdient, die ich mir in Gedanken schon schwer auf den Rücken gebunden hatte.

Und das war der Anfang vom Ende unserer traditionellen Beziehung. Und der Anfang einer Reise, die bis heute andauert. Unsere Beziehung entwickelte sich langsam zu einer offenen Beziehung. Auch wenn ich diese Bezeichnung nicht sonderlich mag – vermutlich weil sie so oft Bemerkungen wie "Dann kannst Du XY ja gar nicht richtig lieben!" (Wie man allerdings richtig oder auch falsch liebt, hat mir bis heute keiner erklären können). Ganz allmählich wurde alles, was ich bis dato von Beziehungen und Liebe zu wissen glaubte, auf den Kopf gestellt. Ich durfte mich verlieben (und darin bin ich ziemlich gut), ich durfte gut aussehenden Männern hinter her schauen, ich durfte ohne ihn weg gehen und verreisen. Und ich durfte dem Hunger nach fremder Haut, nach anderen Männern und meiner Neugier nach gehen, ich durfte lieben ohne mich auf eine einzige Person zu beschränken, ich durfte Erfahrungen sammeln. Ich mußte mich mit Unsicherheit und Eifersucht auseinander setzen. Ich wurde angefeindet und mehr als einmal gar nicht oder nur mißverstanden.

Es ist für viele Menschen nun einmal nicht vorstellbar, daß man Sex mit einem Menschen haben kann ohne gleich die längerfristigen Ziele "Haus bauen, Baum pflanzen, Kind kriegen" im Sinne zu haben. Oder den jenigen unsterblich zu lieben. Und wenn man ehrlich zu sich selber ist, schützt einen Monogamie auch nicht davor, anderen Menschen zu begegnen, die man körperlich, seelisch oder geistig anziehend findet. Ich bin einer Menge Männer begegnet, die mich gereizt haben und ich hatte das große Glück, nicht nur ohne Gewissensbisse dem Reiz nach geben zu dürfen sondern in meinem ersten Freund auch noch jemanden zu haben, der mir meine Erfahrungen von Herzen gegönnt und daran Anteil genommen hat.

Unvergessen in dem Zusammenhang die Anekdote des Schulfreundes, mit dem ich irgendwann mal im Theater war und danach bei ihm übernachtet habe. Nachdem mich besagter Schulfreund über Tage hinweg heiß gemacht hatte, zog er in der Stunde Null dann den Schwanz ein und zog es vor, auf dem Fußboden zu nächtigen. Als ich frustriert am nächsten Tag nach Hause kam und mein Leid klagte, erntete ich gewaltiges Gelächter und werde auch heute noch gelegentlich damit aufgezogen, ob wieder jemand auf dem Fußboden geschlafen hätte ... Doch das nur am Rande.

Ich habe ihm so unheimlich gerne zu gehört wenn er von anderen Frauen erzählt hat. Ganz egal ob es seine Ex-Freundinnen waren oder einfach nur die Bäckereiangestellte, die morgens mit ihm geflirtet hat. Ich hab mich amüsiert wenn er bei Videoabenden mit Freunden Dinge wie "Die Schauspielerin würde ich auch gerne mal vernaschen!“ gesagt hat, was ihm empörte Blicke der anderen Anwesenden und die Rüge "Wie er so etwas denn in meiner Gegenwart sagen könne!" eintrug. Ich hab laut gelacht als er von seinem Männerwochenende wieder kam und meinte "Danke für die Kondome, die mir natürlich genau dann aus der Tasche gefallen sind als XY neben mir stand, dem ich dann drei Stunden erklären durfte, warum mir meine Freundin Kondome mit gibt!" Wir haben gemeinsam darüber diskutiert, ob die Oberweite der Dame da im Fernsehen jetzt eigentlich echt oder doch Silikon sei. Wir haben den Playboy zusammen durch geblättert und hitzig argumentiert, welches der Playmates denn jetzt das heißeste sei.

Wir wären vermutlich immer noch zusammen wenn wir nicht den Fehler gemacht hätten, viel zu früh zusammen zu ziehen. Oder überhaupt zusammen zu ziehen. Wir sind da beide nicht für gemacht, unser Leben derart zu teilen. Auch wenn wir heute wieder zusammen wohnen, doch da sind wir noch nicht. Es dauerte nicht lange und mit Hilfe der Tatsache, daß es beruflich bei beiden zappenduster aussah, da gingen wir uns auf die Nerven. Es war das Zuviel der reinen Nähe, die gerade mir den klaren Blick geraubt hat. Und so starb ganz langsam vor allen Dingen eines: unser Sexleben. Und trotzdem hielten wir zusammen wie Pech und Schwefel.

Letztes Jahr im Frühling haben wir nach einer langen Unterhaltung irgendwann beschlossen, wir sind nicht mehr offiziell zusammen. Wir wohnen zwar noch so gut wie zusammen, wir streiten uns, wir werfen uns schonungslos ohne Schnörkel die Wahrheit an den Kopf, wir lachen, wir gucken Video, ich lasse mich nach wie vor gerne bekochen (schließlich kann er wie fast jeder besser kochen als ich ...), ich wasche seine Socken mit wenn ich mit meinen Klamotten alleine die Maschine nicht voll kriege und ähnlich wie Weihnachten, so alle Jahre wieder, haben wir auch mal Sex.

Wir sind immer noch Freunde. Eigentlich so gar mehr als das. Im Grunde sind wir im Moment mehr ein altes Ehepaar ohne Trauschein, wo einer den anderen fast so gut kennt wie sich selbst. So genügt auch ein Blickwechsel, wenn ich nach Hause komme damit er weiß, wie mein Wochenende war. "Du bist ja schon wieder da, ich hatte erst Montag mit Dir gerechnet! Ich brauch nicht fragen ob es gut war oder nicht, deine roten Ohren verraten dich auch so," bekomme ich auch heute noch zu hören.

Und genau deswegen ist er Teil meines Lebens. Immer noch. Ich weiß, er hat Ecken und Kanten. Er hat dunkle Seiten und Probleme, die nichts mit mir zu tun haben und bei denen er sich von mir nicht helfen lassen will. Doch das interessiert mich nicht, weil er noch so viel mehr ist. Er war der Erste und er hat mir die ersten Schritte auf einem steinigen Weg gewiesen, der alles andere als einfach ist, mir aber im Laufe der Zeit so intensive Momente geschenkt hat, daß er jeden einzelnen Stein wert war.

Auch wenn wir uns in den acht Jahren verändert haben und mit uns die Gefühle. Es ist immer noch Liebe. Er hat immer noch einen Platz in meinem Herzen. Das ist in Ordnung, es gibt dort mehr Platz als nur für einen einzigen Menschen alleine. Wäre ja auch Platzverschwendung, so irgendwie.

Montag, 27. Oktober 2008

Montags, halb zehn in Deutschland

Fräulein Rosenrote sitzt an ihrem Schreibtisch. Die Kolleginnen machen Tratsch ...Frühstückspause. Ich sitze wie fest geschraubt auf meinem Bürostuhl. Zwischen Knie und Bauchnabel singt jeder einzelne Muskel das Lied vom Kater. Ich hatte schon ganz vergessen, wie viele Muskeln sich da eigentlich so zwischen Knie und Bauchnabel befinden.

Die üblichen Wochenend-Reporte. Ich höre von Bügelwäsche, geputzten Fenstern, Familienausflügen, einer Geburtstagsfeier, kranken Kindern, nervenden Schwiegermüttern. Ich lausche während warmer Pfefferminztee sich wie Balsam meiner wund gestöhnten Stimmbänder annimmt. Wie denn mein Wochenende gewesen wäre. Ganz nett, wie immer halt, sage ich und fahre mit meiner Arbeit fort.

Draußen vor dem Fenster glühen die beiden Bäume in ihrer schönsten Herbsttracht. Die Sonne, die sich einen Weg durch die Wolken gebahnt hat, läßt die Regentropfen auf den Blättern erstrahlen. Ich umfasse meine Tasse, blicke aus dem Fenster und denke breit grinsend an das Wochenende. Und aus der Erinnerung taucht ein Satz an die Oberfläche:

"Manchmal ist das Leben auf schon fast grausame Art und Weise einfach geil!"

Samstag, 18. Oktober 2008

Das freiwillige Zölibat

Ich hatte also eine gefühlte Ewigkeit nicht nur keinen Sex, ich hatte nicht einmal das Verlangen danach. Seit ich angefangen habe, Sexualität zu entdecken - zunächst mit mir alleine und dann auch mit anderen Menschen - war dies wirklich die erste lustlose Zeit in meinem Leben. Doch nur weil die Lust am erleben, entdecken, genießen und erfahren sich eine Auszeit von mir nahm, mußte das noch lange nicht heißen, daß ich nicht darüber nach gegrübelt hätte.

Während all meiner Grübelei kristallisierte sich nach und nach für mich immer mehr heraus, warum die Beziehung (wenn man es denn so nennen möchte) mit dem letzten Mann einfach nicht funktionieren konnte. Auch wenn es an der Oberfläche nach romantisch, verständnisvoll, süß und zärtlich aussah, brodelte darunter etwas, das ich einfach nicht sehen wollte. Dieser Mann hat nie verstanden, wer ich bin und warum ich bin wie ich bin. In der ewig gleichen Diskussion kämpfte ich auf längst verlorenem Grund wenn er meinem ersten Freund die Schuld zu schob an der Tatsache, daß ich nicht wirklich beziehungsfähig sei.

Und genau das konnte und wollte ich nicht hin nehmen. Mein erster Freund und ich sind immer noch freundschaftlich verbunden und wenn ich eines bin, dann loyal bis zum Untergang. Von außen betrachtet mag der Verflossene ja recht haben, wenn er behauptet, mein erster Freund hätte mich ja immer machen lassen was ich wollte weil es ihm egal sei. Nein, ihm war es nicht egal. Im Gegenteil, ich konnte nach Hause kommen und unbeschwert über die Zeit reden, die ich mit anderen Menschen verbracht habe - ganz egal ob es sich dabei um einen gemütlichen Brunch mit Freunden oder einer Nacht wilden Sex mit anderen Männern handelte. Er hat sich immer genauso für mich gefreut daß ich eine schöne Zeit hatte wie ich mich für ihn. Vielleicht schreibe ich irgendwann mehr über das Thema, für diesen Eintrag soll es reichen.

Monogamie ist kein Lebenskonzept für mich, nicht einmal vorgetäuschte Monogamie. Ich möchte keinen Mann an meiner Seite haben, dem es nichts ausmachen würde, mich in den Armen einer Frau zu wissen aber explodiert so bald ich nur erwähne, daß ich einen anderen Mann attraktiv finde. Geschweige denn, mit einem anderen Mann geschlafen habe. Irgendwie ist es doch verlogen, sich von der Vorstellung anturnen zu lassen, daß die Frau, mit der man schläft, sich von einer anderen Frau küssen, fingern, lecken läßt aber angewidert das Gesicht zu verziehen, so bald ein Mann im Geschehen auftaucht und genau das gleiche tut. Bin ich denn Besitz? Das Theater, was auf meine unbedachte Aussage "Ich für meinen Teil würde es ziemlich geil finden, einfach zuschauen zu können, wie du mit einer anderen Frau vögelst" folgte, war schon fast filmreif.

Ich habe es einfach nicht sehen wollen, daß er zwar zu mir sagte, er würde mich lieben dabei aber nicht von mir sprach, sondern von der Frau seiner Träume. Die nur ihm gehörte, die keine anderen Männer attraktiv findet oder schlimmer noch begehrt, die alles stehen und liegen läßt um ihre Zeit nur mit ihm zu verbringen. Ich habe gekonnt die Augen verschlossen vor der Tatsache, daß diese ganze "Beziehung" geradewegs auf einem Kollisonskurs mit einem hübschen Eisberg war, von Anfang an. Und ich habe mir versucht einzureden, daß es schon funktionieren würde wenn ich es nur ausreichend versuchte. Dabei hätte gerade dieser Versuch eine ganz andere Bezeichnung verdient: sich verbiegen lassen und sich selber verleugnen, bis es einem das Rückgrat bricht.

Mir ist das Rückgrat nicht gebrochen. Ich habe seinen Traum platzen lassen wie eine Seifenblase und so leid es mir tut, ihm weh getan zu haben wenn es darum geht ich selber zu bleiben bin ich Egoistin. Und ich bin nicht geschaffen für die Monogamie und die ausschließlich auf einen Menschen beschränkte Zweisamkeit, die sich allem anderen verschließt. Ich muß mir auch nicht einreden lassen, daß das nicht normal sei, daß ich nicht normal und deswegen beziehungsunfähig sei.

Denn die Lust ist für jeden Menschen ein ureigenes Besitztum, das er teilen kann mit wem und wann er will. Oder eben auch nicht will. Jedes Erlebnis, jede Erfahrung macht uns reicher - ganz unabhängig, ob sie mit einem festen Partner oder jemandem "für eine Nacht" passiert. Und niemand hat das Recht, jemand anderem diese Erfahrungen und Erlebnisse unter dem Deckmantel der trauten Zweisamkeit zu verwehren. Unsere Lust speist sich aus einer unerschöpflichen Quelle oder um es platt zu sagen "Es ist genug für alle da". Man muß sie nicht ein- oder aufteilen und die Angst, zu kurz zu kommen, ist vollkommen unbegründet.

Das ist es also, was meine lustlose Zeit mir brachte. Einfach nur die Erkenntnis, daß es vollkommen in Ordnung ist, wie ich dem Thema gegenüber stehe und das es keinen Grund gibt, mich zu ändern oder in eine Richtung zu biegen, die mir nicht behagt. Je fester sich diese Erkenntnis in mir fest setzte, desto mehr kam auch die Lust wieder zurück. Bis ich schließlich den Mann am Telefon kennen lernte.

Doch das ist eine andere Geschichte.

Montag, 13. Oktober 2008

Wie ich die Lust verlor - Das Verlöschen

Wir hatten das Fräulein Rosenrote im Kino zurück gelassen. Also begeben wir uns doch wieder dorthin. Sie saß mit ihrem Popcorn im Halbdunkel des alten Lichtspieltheaters, in ihre Gedanken versunken die nicht weniger trüb waren als das Wetter draußen.
"Darf ich mich hier hin setzen?" hörte ich plötzlich.
"Noch ist das ein freies Land," ich drehte den Kopf und erblickte meinen ehemaligen Arbeitskollegen.
Fast ein wenig schüchtern nahm er neben mir Platz. Es wurde dunkel und die Werbung begann.
"Sag mal, warum bist du damals eigentlich gegangen?"
"Ich hatte doch sowieso nur einen zeitlich befristeten Vertrag so lange Frau XY im Krankenhaus lag."
"Haben sie dir nicht danach eine feste Stelle angeboten?"
"Ja, haben sie," ich verzog bei der Erinnerung daran das Gesicht.
"Warum hast du nicht angenommen?"
"Weil mir die paar Wochen da gereicht haben um sehr genau zu wissen, daß ich mir spätestens nach einem halben Jahr den Kopf an den ganzen verkrusteten Strukturen da kaputt gehauen hätte."
"Ich fand es immer witzig zu sehen, wie du jedes auftauchende Problem einfach gelöst hast ohne Rücksicht auf Regeln, Vorschriften und den ganzen Kram. Du hast die ganzen Sesselpupser ganz schön aufgeschreckt, weißt du das eigentlich?" er lacht leise.
"Und du? Bist du noch da?"
"Nein, ich hab mir den Kopf kaputt gehauen an den verkrusteten Strukturen da um mir mal deine Worte zu borgen. Ich arbeite jetzt bei einem großen Unternehmen im Nachbarkaff," er schweigt einen Moment. "Ich fand es übrigens ziemlich schade, dich aus den Augen verloren zu haben."
Ich antworte nicht denn der Film beginnt.

Ich weiß nicht mehr, wie der Film hieß. Irgendwie hat sich der Titel aus meinen Erinnerungen gestohlen. Er war moderat witzig und bot vor allem genug Stoff zum Lästern und nebenbei kommentieren. Ich fühlte mich irgendwie gut, als ich danach das Kino verließ. Zu zweit standen wir unter dem Vordach des Kinos, es regnete in Strömen und schwiegen uns an.
"Es war nett, dich wieder gesehen zu haben. Ich werd mich beeilen müssen, wenn ich meinen Bus noch bekommen will," ich gestikulierte vage in die Richtung der Bushaltestelle, wandte mich um und schlenderte in den strömenden Regen.
"Warte!" rief er hinter mir her und rannte mir nach. "Was hast du jetzt vor?"
"Nach Hause fahren."
"Magst du mit zu mir kommen, ich wohne nicht weit weg?" fragte er und hielt mir seine Hand entgegen.
Ich nahm seine Hand in meine und ging mit ihm. Zu ihm. Wo wir beide naß bis auf die Haut ankamen.

Er hatte eine Wohnung unter dem Dach. Nicht sehr groß, aber gemütlich. Die nassen Klamotten landeten auf der Heizung und wir nackt auf dem Teppich im Wohnzimmer. Während der Regen auf das Dach trommelte, schlief ich mit ihm. Ließ mich fortreißen in den Strudel aus Gier und Hunger, der alles andere übertönte. Irgendwann schlief er erschöpft ein, während ich noch wach da lag bis zum Morgengrauen. Ich stand leise auf, zog mir meine Klamotten an und verließ leise die Wohnung.

Zu Hause kroch ich in mein Bett und verschlief den Tag. Und so ging das sieben oder acht Tage. Abends ging ich zu ihm, ließ mich die halbe Nacht vögeln um im Morgengrauen nach Hause zu schleichen und dort den Tag zu verschlafen. Am letzten Tag stand ich wie die Tage zuvor morgens an der Haltestelle. Fühlte mich entsetzlich müde und leer. Fragte mich selber, wo das gute Gefühl hin war, das ich normalerweise verspürte wenn ich eine Nacht damit verbracht hatte, guten Sex zu genießen. Da riß der Schleier und mir wurde klar, daß es hier nicht darum ging, mich selber, das was ich tue und das was mit mir getan wird zu genießen. Sex war kein Genuß mehr, sondern Mittel zum Zweck. Ich hätte mich genauso gut jeden Abend betrinken können.

Ich hatte ihm nie meine Telefonnummer oder Adresse gegeben. Ich ging einfach nicht mehr hin. Ich war traurig. Machte mir Vorwürfe, wie ich es so weit hatte kommen lassen können. Und ich versprach mir selber, es nie wieder zu zu lassen, den mir immer wichtig gewesenen Sex derart zu mißbrauchen.

In dem kleinen Kino war ich seit dem übrigens auch nicht mehr.

Samstag, 11. Oktober 2008

Wie ich die Lust verlor - das Vorspiel

Still war es, das Fräulein Rosenrote. Hat in den vergangenen Monaten ab und an mal hier herein geschaut und den Staub weg gewischt nur um dann klammheimlich wieder zu verschwinden. Doch fangen wir nach dem reißerischen Titel nicht am Ende an, sondern wie es sich gehört am Anfang.

Ende 2007:
Vollkommen unvorhergesehen reißt es dem Fräulein plötzlich beruflich den Boden unter den Füßen weg. Einfach so. Und mit dem Verlust des Bodens trudeln eine ganze Menge Träume gleich mit in den Abgrund um dort leise klirrend zu zerschellen. Einzig Sorgen bleiben an ihrer Seite um wirkungsvoll den berühmten Silberstreif am Horizont zu verdunkeln.

Mitte Februar 2008:
Das Fräulein beendet eine Beziehung, die im Grunde nie eine war. Da sie der Meinung ist, was zwischen zwei Leuten passiert, sollte auch da bleiben, schweigt sie sich darüber aus. Die andere Hälfte sieht das anders und so kennt der gesamte Bekannten- und Freundeskreis Details und aus dem Zusammenhang gerissene Informationen, die sie nichts angehen. Und natürlich haben auch alle eine Meinung dazu, die in dem Punkt übereinstimmt: Das Fräulein Rosenrote hat dem armen Kerl nicht nur das Messer ins Herz gestoßen, sondern es ihm gleich noch aus der Brust gerissen und vor seinen Augen genüßlich verspeist. Nun, Schmerz ist immer subjektiv und jeder geht damit auf seine Weise um, wenn das seine ist, kann sie da nichts gegen machen außer sich zurück zu ziehen statt in dem vergeblichen Versuch, sich zu verteidigen, noch mehr Öl ins Feuer zu gießen.

Anfang März 2008:
Sie treibt etwas haltlos im Leben herum, die Rosenrote. Job futsch, Mann futsch, Träume futsch und die Hoffnung krümmt sich in den letzten Windungen am Boden. Den Kontakt mit den meisten Bekannten, die sowohl sie als auch ihren letzten Mann kennen, vermeidet sie so weit es geht. Bis sie eines Tages nichtsahnend in einem Laden steht, sehnsüchtig mit den Fingern über Bücher streicht die sie gerne kaufen würde und von einem Mädel mitten in aller Öffentlichkeit mit etwas konfrontiert wird, daß eher privater Natur ist. Vollkommen erstaunt und überrumpelt hört sich das Fräulein Rosenrote die Meinung der ihr fremden Person an, die sie für das letzte lebende Miststück zu halten scheint. Wir erinnern uns an obigen Absatz: Herz, Löffel, verspeisen und so. Wer möchte schon mit jemandem, den man vielleicht zwei oder drei Mal in seinem Leben gesehen hat, sehr private Details diskutieren. Mit den Worten "Geh mir aus der Sonne und wag es nie wieder, mich derart schräg von der Seite anzumachen du selbstgefälliges, hirnloses Endprodukt eines Einzellers!" lasse ich die Rächerin des Enterbten und Unterdrückten mit offenem Mund mitten im Laden stehen. Bevor meine Wut das Wissen übermannt, daß es eine Straftat ist, einem anderen Menschen so lange mit schweren Gegenständen auf dem Kopf herum zu hauen bis die zwei Gehirnzellen wieder an die richtige Position gerutscht sind.

Ende März 2008:
Bei dem Versuch, sich von Sorgen und Problemen abzulenken, landet das Fräulein Rosenrote in einem der kleinen Kinos hier in der Gegend, von denen es immer weniger gibt. Diese schönen, alten Kinos mit einem Foyer, wo es nach Popcorn riecht, wo es rote Samtvorhänge gibt, abgewetzte Samtsitze, deren Holzrahmen quietschen sobald man sich bewegt und wo man im Foyer auf kleinen Ledersesseln zwischen alten Vorführgeräten sitzen und rauchen darf. Ein verregneter Nachmittag und irgendein Film, der sie im Grunde nicht interessierte und nur den Zweck der Ablenkung erfüllen sollte. Mit einer Schachtel Popcorn und der Nase in einer Zeitschrift prallte sie plötzlich gegen ein Hindernis. Sie hob erstaunt den Blick als sie eine bekannte Stimme hörte. Ein ehemaliger Arbeitskollege, den sie damals schon anziehend fand. Ebenfalls alleine. Sie entschuldigte sich, ging weiter und suchte sich ihren Platz in einer der hintersten Reihen.

Fortsetzung folgt

Samstag, 10. November 2007

Status Quo

Tja, wie sieht das Liebesleben der Rosenrote gerade aus?
  • Da hätten wir den besten aller Ex-Freunde, mit dem das Fräulein so gut wie zusammen wohnt. Man teilt sich Internet- und Telefonkosten, kocht ab und an zusammen, streitet sich um die Fernbedienung und immer noch ist er der beste Freund, den das Fräulein je hatte. Ganz egal, wie düster es am Horizont aussehen mag, er hört ihr zu ohne gleich das Bedürfnis zu verspüren, sich in eine schimmernde Rüstung werfen und auf einen Schimmel springen zu müssen, um Rapunzel aus ihrem Turm zu erretten.
  • Mann zwei. Der Mann, der das Fräulein am Anfang des Jahres beeindruckte und mit dem sie immer noch Sex hat. Genau, den guten Sex ... Leider spricht das Fräulein Kisuaheli wenn es darum geht, Mann zwei klar zu machen, daß die Trennung vom besten aller Ex-Freunde mit ihm nicht viel zu tun hatte. Früher oder später wäre es ohnehin so gekommen, ob mit oder ohne hin. Kisuaheli scheint das Fräulein auch zu sprechen, wenn sie Mann Zwei zu erklären versucht, daß sie zum einen nicht das ist, wozu er sie auserkoren hat, und zum anderen wenn sie sich nicht verbiegen läßt, um dem zu entsprechen was er sich so vorstellt.
  • Den Liebhaber. Ein dem Fräulein sehr ähnlicher Mann, wesentlich älter als sie und jemand, der schon seit Jahren einen Platz in ihrem Leben hat. Wenn auch einen vermutlich sehr merkwürdigen, legt man normale gesellschaftliche Maßstäbe an. Der beste aller Ex-Freunde wußte immer von ihm und hatte damit nie ein Problem. Mann Zwei würde dem Fräulein vermutlich das Fell über die Ohren ziehen, wenn er wüßte, daß er existiert und immer noch mit "seiner Freundin" schläft.
  • Des weiteren ein Mann, auch wieder wesentlich älter als das Fräulein (was hat sie nur mit den Älteren?), mit dem sie Katz und Maus spielt. Ein heißer Flirt, der Spaß macht. Das Fräulein ist versucht, das Spiel auf eine weitere Ebene zu bringen, allerdings macht ihr vorerst das Spielen viel zu viel Spaß.
  • Ein süßer Arbeitskollege, vom dem das Fräulein ab und an träumt und ihm heimlich hinter her schwärmt wenn nicht allzuviel Arbeit auf dem Schreibtisch liegt. Harmlos an und für sich, aber ab und an braucht jeder ein bißchen Schwärmerei.
  • Ein Freund, der zu ihr nicht nein sagen würde. Man wird sehen, wohin das noch führen wird ...
Vermutlich wird das Fräulein irgendwann mal als alte Frau enden, die in einer großen Wohnung mit einem halben Dutzend Katzen lebt ...

Freitag, 20. April 2007

Jubiläum

Ich habe es vor lauter Frühlingsgefühlen und Widrigkeiten des Alltags vollkommen verschlafen. Elf Minuten ist jetzt seit einem halben Jahr online, hat 144 Beiträge und 1052 Kommentare. 30.803 Benutzer haben uns besucht, unsere Texte gelesen, mit uns diskutiert und hoffentlich eine gute Zeit gehabt.

Ich würde sagen, auf die nächsten sechs Monate. Hoch die Tassen!

Freitag, 13. April 2007

Wünsche

Man soll vorsichtig sein mit dem, was man sich wünscht. Denn Wünsche können in Erfüllung gehen und manchmal nicht auf die Art und Weise, wie wir uns das ausgemalt haben ... Dessen bin ich mir schon lange bewußt. Was ich allerdings nicht gedacht hätte, ist die Tatsache, daß man jetzt schon aufpassen muß, was einem gewünscht wird. Denn auch diese Wünsche können in Erfüllung gehen - sehr zu meinem Erstaunen.

Da bin ich wohl einem Irrtum aufgesessen, ich dachte nämlich immer, ich kenne mich und meine Grenzen. Offensichtlich ist dem nicht so, die ein oder andere Grenze wurde in den letzten Tagen sehr offensichtlich gesprengt. Fasziniert und erstaunt betrachte ich mich selber. Zeit, mich neu zu definieren?

Sonntag, 18. Februar 2007

Aller guten Dinge sind drei?

Prinzipien sind eine feine Sache. Ich mag Leute, die welche haben und ich bewundere Menschen, die sich auch daran halten. Ich habe nicht mal eine handvoll Prinzipien und gegen die verstoße ich auch noch. Das Ende vom Lied? Ein Kerl mit Depressionen, der nicht mit mir reden will. Ein weiterer, der mir aus heiterem Himmel plötzlich den Zickenkrieg erklärt hat. Und ein dritter, der mich an einem meiner wunden Punkte erwischt hat und der eigentlich tabu wäre - hielte ich mich denn an meine eigenen Prinzipien.

Von wem hab ich das bloß, mein eigenes Leben immer möglichst kompliziert gestalten zu müssen? Vielleicht sollte ich mir einen Hund kaufen - auch damit krieg ich Bewegung (wenn auch der anderen Art und an frischer Luft) und den kann ich kastrieren lassen ...

Samstag, 23. Dezember 2006

Gipfel und Ziellinien

Eine dieser Geschichten, wo Mann und Frau sich mögen, sich verabreden um gemeinsam für eine Projekt-Arbeit zu schuften und auf sich auf einmal recht unbekleidet in der Horizontalen wieder finden. Soll passieren, so etwas. Eigentlich hatte ich ihn nicht als Kandidaten für meine Trophäensammlung vorgesehen, solche Dinge passieren eben einfach aus der Situation heraus. Vielleicht hätte ich die Finger vom Wein lassen sollen oder so. Wie gesagt, solche Dinge passieren. Danach guckt man sich meist verlegen an, sammelt seine Klamotten ein und verschwindet – wenn man sich mit jemandem eingelassen hat, für den Sex einen anderen, höheren Stellenwert hat als für einen selber.

Er war zum Glück recht locker und gelassen und so lagen wir unbekleidet auf seinem Teppich, teilten uns eine Zigarette und redeten. Bis er diesen Satz sagte. Der mich vollkommen aus den Socken hieb, die ich gar nicht mehr anhatte. „Du hast mir übrigens den Rücken zerkratzt, als du gekommen bist.“ Da lag ich und fragte mich, ob er das ernst meinte. „Aha,“ gab ich zurück. „Ja, oder bist du nicht ...“ er ließ den Satz unvollendet in der Luft hängen. Ich schüttelte den Kopf und Entsetzen zog über sein Gesicht. „Aber ich dachte ...“ er schaute mich an als sei ich ein Alien, daß gerade einer Raumkapsel entstiegen sei. „Aber dann wars für dich ja gar nicht gut!“ er guckte so enttäuscht, daß ich mich fragte, warum ich nicht einfach genickt habe und die Sache auf sich beruhen ließ.

Ich hab die Nacht danach in meinem eigenen Bett gelegen und mich gefragt, warum Männern das eigentlich so furchtbar wichtig ist. Es heißt schließlich Orgasmus und nicht Orgas-Muss. Und wer sagt, daß Sex nicht auch befriedigend sein und Spaß machen kann ohne sich auf die große Jagd nach dem kleinen Tod zu begeben? Ich kann mich an Gelegenheiten erinnern, wo ich mich nach dem zehnten Orgasmus umgedreht habe und mir trotzdem unbefriedigt vorkam. Gut, das ist eher sehr seltene Ausnahme als die Regel, aber trotzdem, es kam schon vor. Sex ist schließlich kein Marathonlauf, bei dem es darauf ankommt, ums Verrecken das Ziel zu erreichen. Während ich so im Dunkeln die Decke anstarrte und nachdachte, ging mir irgendwann auf, daß ich im Verhältnis zur Häufigkeit meines Sexes eher selten den Gipfel erreiche. Und trotzdem der Meinung war, ein befriedigendes Sexualleben zu haben.

Ich begann, mich im Freundeskreis umzuhören. Sex ist ja schließlich ein Thema, das ständig irgendwie auf den Tisch kommt – früher oder später. Ich bekam des öfteren von Frauenseite zu hören, daß Sex ohne über den Gipfelstürmen nicht das wahre sei und ließ mir von einem Freund erklären, daß Männer wohl auch Orgasmen ohne Ejakulation haben können. Was dann zum Schluß führte, daß nicht nur Frauen das große O vortäuschen. Ich grübelte weiter darüber nach, denn ich wollte das nicht so stehen lassen – es hätte ja bedeutet, daß ich irgendwo was falsch mache.

Den eigenen Sex unter die Lupe zu nehmen hieß die Devise. Ich wühlte in Erinnerungen und suchte nach dem Grund, warum mir der eigene Orgasmus so oft ziemlich gleichgültig ist. Und stellte fest, es geht für mich nicht darum, einen kleinen Tod zu sterben sondern um das Jagen und darum, die Oberhand zu behalten. Dann geht es für mich darum, den Jagdtrieb zu befriedigen – und das geht eben auch ohne wilde Zuckungen und die Bilder von der Wand zu röhren. Und machen wir uns nichts vor, wenn ich zu einem Kerl „Nein“ sage, dann meine ich das auch so und er wird mit seinem besten Stück nie da landen, wo er hin möchte. Die letzte Entscheidung bleibt bei mir und aus genau diesem Wissen ziehe ich die Befriedigung. Einem Mann in die Augen zu schauen, der tief in einem kommt und zu sehen, wie er für diesen Moment jegliche Kontrolle verliert, ist ein sehr mächtiges, sehr geiles und sehr befriedigendes Gefühl.

Das wäre einer der Gründe. Ein anderer ist schlicht und ergreifend der, daß ich nicht zu den gesegneten Frauen gehöre, die es beim einfachen Rein-Raus-Spielchen über die Ziellinie schaffen. Sondern da gehört mehr Stimulation und vor allen Dingen viel Zeit sowie Vertrauen zu. Zeit, die ich mir oft selber nicht gebe wenn ich jage. Denn dann will ich die Beute erlegen und ihr dabei in die Augen schauen. Warum denn aber Vertrauen? Nun, für mich bedeutet ein Orgasmus, mich vollkommen zu vergessen, hinzugeben, in diesem Moment wehrlos zu sein und die Kontrolle aufzugeben. Und das geht nicht mit jedem, mit dem ich Sex habe, sondern nur mit Männern, denen ich vertraue und die ich nicht als zu erlegende Beute begreife. Es gibt verschiedene Gründe, Sex zu haben. Wenn mich der Jagdtrieb packt, dann hat das wenig mit Vertrauen und Liebe zu tun. Es ist eine ganz andere Art von Sex und ich sehe keinen Mann als Versager, nur weil er mich nicht bis zum Gipfel gescheucht hat. Wir erinnern uns? Orgasmus, nicht Orgas-Muss. Es muß nicht der kleine Tod sein, das Gefühl, gut gefickt worden zu sein reicht mir manchmal vollkommen.

Dann gibt es noch Geschichten wie diese, die einfach keinen Orgasmus brauchen weil es nicht um den Sex, sondern um die Gefühle dabei geht und Sex ein Weg ist, diese auszudrücken und eine Verbindung zum anderen zu schaffen. Sex mit jemandem, den man liebt, hat eine ganz andere Qualität als mit einem Kerl, den man sich irgendwo und sei es auf einer neunstündigen Zugfahrt anlacht. Sich an den Standards anderer zu messen ist also nicht wirklich mein Ding und ich sehe auch heute noch nicht ein, warum ich nicht einfach Spaß haben kann statt mich auf einen Marathon begeben zu müssen, wenn ich die Ziellinie gar nicht erst anvisiere. Ich mag meinen Sex und in den meisten Fällen finde ich ihn befriedigend – und wenn wir Butter bei die Fische geben, dann kann ich auch genug Orgasmen nur mit mir selber haben.
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Schneeweischens & Rosenrotes elf Minuten

Wir sind ...

... zwei Frauen.
... Jägerinnen.
... Sammlerinnen.
... so jung wie wir uns fühlen.
... uns in vielen Dingen sehr ähnlich.
... in anderen Dingen wiederum sehr verschieden.
... erreichbar unter elf.minuten@web.de

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Hallo Johanna, ach schööön...
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Emily (Gast) - 26. Nov, 15:22
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Climax (Gast) - 26. Nov, 13:54
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Liebe Johanna, puh...das mit meinem Seelenfrieden...
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