Die erste Beziehung prägt
Sagt der Volksmund. Er behauptet auch, daß frau den ersten Mann, mit dem sie Sex hatte, nicht vergißt. Oder sogar noch weiter gehend: er wird zum Maßstab all dessen, was folgen mag. Der Volksmund mag nicht immer recht haben, in meinem Fall hatte er das allerdings in weiten Teilen.
Dabei begann es eigentlich ganz harmlos. Junge im Alter von dreißig trifft Mädchen im Alter von zwanzig. Weil beide sich miteinander wohl fühlten und ein wenig verliebt waren, es war schließlich Sommer, trafen sie sich außerhalb der Arbeit. Küßten sich zum ersten Mal. Und waren irgendwann zusammen mit dem Grundgedanken "Ich mag Dich, ich fühl mich wohl mit Dir und dann schauen wir mal, was sich daraus entwickelt." Es wurde Liebe, es wurde Offenheit, es wurde Freundschaft, es wurde durch Dick und Dünn. Und sie veränderte mich in einer Weise, die ich damals nicht einmal vorherzusehen gewagt hätte.
Wie vermutlich jedes andere Mädchen in seiner ersten Beziehung war ich ziemlich "Wir" fixiert. Allerdings nicht für sehr lange. Schließlich lebte er in einer anderen Stadt was zur Folge hatte, daß wir uns eben nicht jeden Tag, sondern meist nur am Wochenende sahen. Mit der Zeit lernte ich das zu schätzen. Unter der Woche hatte ich genug Zeit, mich auf meine Ausbildung, meine Hobbies, meinen Nebenjob, meine Freunde und auf mich zu konzentrieren. Wir telefonierten jeden Abend miteinander und erzählten uns vom Tag. Die Wochenenden dagegen gehörten nur uns. Es gab keine Eifersuchtsdramen, wenn ich erzählte, ich war mit Freundinnen oder auch Freunden verabredet. Stattdessen bekam ich ein "Amüsier dich gut!" zu hören. Ich brauchte ein wenig, um ihm ebenfalls eine schöne Zeit zu gönnen, wenn er mit seinen Kumpels beim Fußball oder Billard oder was auch immer unterwegs war. Nie vergessen die Aktion als ich ihn vom Endspiel seines Lieblingsclubs aus dem Stadium nach Hause zitierte weil ich höchst beleidigt war, daß das nun unbedingt an einem Samstag statt finden mußte. Nach dem Streit fühlte ich mich nicht nur äußerst dämlich, sondern auch noch ziemlich egoistisch.
Irgendwann passierte es, daß ich mich in einen anderen Mann verguckte. Die Geschichte mit Flirten, rot werden und freuen, wenn man den anderen sieht. Und da genau das landläufig nicht unbedingt als etwas positives angesehen wird, wenn man in einer festen Beziehung liiert ist, quälte ich mich eine Weile damit herum. Allerdings nicht genug, um nicht doch mit dem Betreffenden in der Horizontalen zu landen. Die Neugier ist der Katze Tod. Damit hatte ich dann den Salat und das übliche Dilemma "Gestehen oder nicht?" Irgendwann hatte er zwar schon zu mir gesagt, daß er das nicht so eng sehen würde und von mir nur gerne hätte, daß ich mit ihm darüber rede. Ich kann mich daran erinnern, daß ich damals ziemlich verletzt auf diese Äußerung reagiert habe.
Ich hätte den Seitensprung damals verdrängen können. Einfach weiter im Text bis er nur noch eine Fußnote gewesen wäre. Habe ich allerdings nicht. Im festen Glauben, daß nun alles aus sei, sprudelte mein Geständnis vor seine Füße. Und was tat er? Grinste und fragte, ob es gut gewesen wäre. Hallo? Ich war schuldig, ich war böse, ich hatte die Strafe verdient, die ich mir in Gedanken schon schwer auf den Rücken gebunden hatte.
Und das war der Anfang vom Ende unserer traditionellen Beziehung. Und der Anfang einer Reise, die bis heute andauert. Unsere Beziehung entwickelte sich langsam zu einer offenen Beziehung. Auch wenn ich diese Bezeichnung nicht sonderlich mag – vermutlich weil sie so oft Bemerkungen wie "Dann kannst Du XY ja gar nicht richtig lieben!" (Wie man allerdings richtig oder auch falsch liebt, hat mir bis heute keiner erklären können). Ganz allmählich wurde alles, was ich bis dato von Beziehungen und Liebe zu wissen glaubte, auf den Kopf gestellt. Ich durfte mich verlieben (und darin bin ich ziemlich gut), ich durfte gut aussehenden Männern hinter her schauen, ich durfte ohne ihn weg gehen und verreisen. Und ich durfte dem Hunger nach fremder Haut, nach anderen Männern und meiner Neugier nach gehen, ich durfte lieben ohne mich auf eine einzige Person zu beschränken, ich durfte Erfahrungen sammeln. Ich mußte mich mit Unsicherheit und Eifersucht auseinander setzen. Ich wurde angefeindet und mehr als einmal gar nicht oder nur mißverstanden.
Es ist für viele Menschen nun einmal nicht vorstellbar, daß man Sex mit einem Menschen haben kann ohne gleich die längerfristigen Ziele "Haus bauen, Baum pflanzen, Kind kriegen" im Sinne zu haben. Oder den jenigen unsterblich zu lieben. Und wenn man ehrlich zu sich selber ist, schützt einen Monogamie auch nicht davor, anderen Menschen zu begegnen, die man körperlich, seelisch oder geistig anziehend findet. Ich bin einer Menge Männer begegnet, die mich gereizt haben und ich hatte das große Glück, nicht nur ohne Gewissensbisse dem Reiz nach geben zu dürfen sondern in meinem ersten Freund auch noch jemanden zu haben, der mir meine Erfahrungen von Herzen gegönnt und daran Anteil genommen hat.
Unvergessen in dem Zusammenhang die Anekdote des Schulfreundes, mit dem ich irgendwann mal im Theater war und danach bei ihm übernachtet habe. Nachdem mich besagter Schulfreund über Tage hinweg heiß gemacht hatte, zog er in der Stunde Null dann den Schwanz ein und zog es vor, auf dem Fußboden zu nächtigen. Als ich frustriert am nächsten Tag nach Hause kam und mein Leid klagte, erntete ich gewaltiges Gelächter und werde auch heute noch gelegentlich damit aufgezogen, ob wieder jemand auf dem Fußboden geschlafen hätte ... Doch das nur am Rande.
Ich habe ihm so unheimlich gerne zu gehört wenn er von anderen Frauen erzählt hat. Ganz egal ob es seine Ex-Freundinnen waren oder einfach nur die Bäckereiangestellte, die morgens mit ihm geflirtet hat. Ich hab mich amüsiert wenn er bei Videoabenden mit Freunden Dinge wie "Die Schauspielerin würde ich auch gerne mal vernaschen!“ gesagt hat, was ihm empörte Blicke der anderen Anwesenden und die Rüge "Wie er so etwas denn in meiner Gegenwart sagen könne!" eintrug. Ich hab laut gelacht als er von seinem Männerwochenende wieder kam und meinte "Danke für die Kondome, die mir natürlich genau dann aus der Tasche gefallen sind als XY neben mir stand, dem ich dann drei Stunden erklären durfte, warum mir meine Freundin Kondome mit gibt!" Wir haben gemeinsam darüber diskutiert, ob die Oberweite der Dame da im Fernsehen jetzt eigentlich echt oder doch Silikon sei. Wir haben den Playboy zusammen durch geblättert und hitzig argumentiert, welches der Playmates denn jetzt das heißeste sei.
Wir wären vermutlich immer noch zusammen wenn wir nicht den Fehler gemacht hätten, viel zu früh zusammen zu ziehen. Oder überhaupt zusammen zu ziehen. Wir sind da beide nicht für gemacht, unser Leben derart zu teilen. Auch wenn wir heute wieder zusammen wohnen, doch da sind wir noch nicht. Es dauerte nicht lange und mit Hilfe der Tatsache, daß es beruflich bei beiden zappenduster aussah, da gingen wir uns auf die Nerven. Es war das Zuviel der reinen Nähe, die gerade mir den klaren Blick geraubt hat. Und so starb ganz langsam vor allen Dingen eines: unser Sexleben. Und trotzdem hielten wir zusammen wie Pech und Schwefel.
Letztes Jahr im Frühling haben wir nach einer langen Unterhaltung irgendwann beschlossen, wir sind nicht mehr offiziell zusammen. Wir wohnen zwar noch so gut wie zusammen, wir streiten uns, wir werfen uns schonungslos ohne Schnörkel die Wahrheit an den Kopf, wir lachen, wir gucken Video, ich lasse mich nach wie vor gerne bekochen (schließlich kann er wie fast jeder besser kochen als ich ...), ich wasche seine Socken mit wenn ich mit meinen Klamotten alleine die Maschine nicht voll kriege und ähnlich wie Weihnachten, so alle Jahre wieder, haben wir auch mal Sex.
Wir sind immer noch Freunde. Eigentlich so gar mehr als das. Im Grunde sind wir im Moment mehr ein altes Ehepaar ohne Trauschein, wo einer den anderen fast so gut kennt wie sich selbst. So genügt auch ein Blickwechsel, wenn ich nach Hause komme damit er weiß, wie mein Wochenende war. "Du bist ja schon wieder da, ich hatte erst Montag mit Dir gerechnet! Ich brauch nicht fragen ob es gut war oder nicht, deine roten Ohren verraten dich auch so," bekomme ich auch heute noch zu hören.
Und genau deswegen ist er Teil meines Lebens. Immer noch. Ich weiß, er hat Ecken und Kanten. Er hat dunkle Seiten und Probleme, die nichts mit mir zu tun haben und bei denen er sich von mir nicht helfen lassen will. Doch das interessiert mich nicht, weil er noch so viel mehr ist. Er war der Erste und er hat mir die ersten Schritte auf einem steinigen Weg gewiesen, der alles andere als einfach ist, mir aber im Laufe der Zeit so intensive Momente geschenkt hat, daß er jeden einzelnen Stein wert war.
Auch wenn wir uns in den acht Jahren verändert haben und mit uns die Gefühle. Es ist immer noch Liebe. Er hat immer noch einen Platz in meinem Herzen. Das ist in Ordnung, es gibt dort mehr Platz als nur für einen einzigen Menschen alleine. Wäre ja auch Platzverschwendung, so irgendwie.
Dabei begann es eigentlich ganz harmlos. Junge im Alter von dreißig trifft Mädchen im Alter von zwanzig. Weil beide sich miteinander wohl fühlten und ein wenig verliebt waren, es war schließlich Sommer, trafen sie sich außerhalb der Arbeit. Küßten sich zum ersten Mal. Und waren irgendwann zusammen mit dem Grundgedanken "Ich mag Dich, ich fühl mich wohl mit Dir und dann schauen wir mal, was sich daraus entwickelt." Es wurde Liebe, es wurde Offenheit, es wurde Freundschaft, es wurde durch Dick und Dünn. Und sie veränderte mich in einer Weise, die ich damals nicht einmal vorherzusehen gewagt hätte.
Wie vermutlich jedes andere Mädchen in seiner ersten Beziehung war ich ziemlich "Wir" fixiert. Allerdings nicht für sehr lange. Schließlich lebte er in einer anderen Stadt was zur Folge hatte, daß wir uns eben nicht jeden Tag, sondern meist nur am Wochenende sahen. Mit der Zeit lernte ich das zu schätzen. Unter der Woche hatte ich genug Zeit, mich auf meine Ausbildung, meine Hobbies, meinen Nebenjob, meine Freunde und auf mich zu konzentrieren. Wir telefonierten jeden Abend miteinander und erzählten uns vom Tag. Die Wochenenden dagegen gehörten nur uns. Es gab keine Eifersuchtsdramen, wenn ich erzählte, ich war mit Freundinnen oder auch Freunden verabredet. Stattdessen bekam ich ein "Amüsier dich gut!" zu hören. Ich brauchte ein wenig, um ihm ebenfalls eine schöne Zeit zu gönnen, wenn er mit seinen Kumpels beim Fußball oder Billard oder was auch immer unterwegs war. Nie vergessen die Aktion als ich ihn vom Endspiel seines Lieblingsclubs aus dem Stadium nach Hause zitierte weil ich höchst beleidigt war, daß das nun unbedingt an einem Samstag statt finden mußte. Nach dem Streit fühlte ich mich nicht nur äußerst dämlich, sondern auch noch ziemlich egoistisch.
Irgendwann passierte es, daß ich mich in einen anderen Mann verguckte. Die Geschichte mit Flirten, rot werden und freuen, wenn man den anderen sieht. Und da genau das landläufig nicht unbedingt als etwas positives angesehen wird, wenn man in einer festen Beziehung liiert ist, quälte ich mich eine Weile damit herum. Allerdings nicht genug, um nicht doch mit dem Betreffenden in der Horizontalen zu landen. Die Neugier ist der Katze Tod. Damit hatte ich dann den Salat und das übliche Dilemma "Gestehen oder nicht?" Irgendwann hatte er zwar schon zu mir gesagt, daß er das nicht so eng sehen würde und von mir nur gerne hätte, daß ich mit ihm darüber rede. Ich kann mich daran erinnern, daß ich damals ziemlich verletzt auf diese Äußerung reagiert habe.
Ich hätte den Seitensprung damals verdrängen können. Einfach weiter im Text bis er nur noch eine Fußnote gewesen wäre. Habe ich allerdings nicht. Im festen Glauben, daß nun alles aus sei, sprudelte mein Geständnis vor seine Füße. Und was tat er? Grinste und fragte, ob es gut gewesen wäre. Hallo? Ich war schuldig, ich war böse, ich hatte die Strafe verdient, die ich mir in Gedanken schon schwer auf den Rücken gebunden hatte.
Und das war der Anfang vom Ende unserer traditionellen Beziehung. Und der Anfang einer Reise, die bis heute andauert. Unsere Beziehung entwickelte sich langsam zu einer offenen Beziehung. Auch wenn ich diese Bezeichnung nicht sonderlich mag – vermutlich weil sie so oft Bemerkungen wie "Dann kannst Du XY ja gar nicht richtig lieben!" (Wie man allerdings richtig oder auch falsch liebt, hat mir bis heute keiner erklären können). Ganz allmählich wurde alles, was ich bis dato von Beziehungen und Liebe zu wissen glaubte, auf den Kopf gestellt. Ich durfte mich verlieben (und darin bin ich ziemlich gut), ich durfte gut aussehenden Männern hinter her schauen, ich durfte ohne ihn weg gehen und verreisen. Und ich durfte dem Hunger nach fremder Haut, nach anderen Männern und meiner Neugier nach gehen, ich durfte lieben ohne mich auf eine einzige Person zu beschränken, ich durfte Erfahrungen sammeln. Ich mußte mich mit Unsicherheit und Eifersucht auseinander setzen. Ich wurde angefeindet und mehr als einmal gar nicht oder nur mißverstanden.
Es ist für viele Menschen nun einmal nicht vorstellbar, daß man Sex mit einem Menschen haben kann ohne gleich die längerfristigen Ziele "Haus bauen, Baum pflanzen, Kind kriegen" im Sinne zu haben. Oder den jenigen unsterblich zu lieben. Und wenn man ehrlich zu sich selber ist, schützt einen Monogamie auch nicht davor, anderen Menschen zu begegnen, die man körperlich, seelisch oder geistig anziehend findet. Ich bin einer Menge Männer begegnet, die mich gereizt haben und ich hatte das große Glück, nicht nur ohne Gewissensbisse dem Reiz nach geben zu dürfen sondern in meinem ersten Freund auch noch jemanden zu haben, der mir meine Erfahrungen von Herzen gegönnt und daran Anteil genommen hat.
Unvergessen in dem Zusammenhang die Anekdote des Schulfreundes, mit dem ich irgendwann mal im Theater war und danach bei ihm übernachtet habe. Nachdem mich besagter Schulfreund über Tage hinweg heiß gemacht hatte, zog er in der Stunde Null dann den Schwanz ein und zog es vor, auf dem Fußboden zu nächtigen. Als ich frustriert am nächsten Tag nach Hause kam und mein Leid klagte, erntete ich gewaltiges Gelächter und werde auch heute noch gelegentlich damit aufgezogen, ob wieder jemand auf dem Fußboden geschlafen hätte ... Doch das nur am Rande.
Ich habe ihm so unheimlich gerne zu gehört wenn er von anderen Frauen erzählt hat. Ganz egal ob es seine Ex-Freundinnen waren oder einfach nur die Bäckereiangestellte, die morgens mit ihm geflirtet hat. Ich hab mich amüsiert wenn er bei Videoabenden mit Freunden Dinge wie "Die Schauspielerin würde ich auch gerne mal vernaschen!“ gesagt hat, was ihm empörte Blicke der anderen Anwesenden und die Rüge "Wie er so etwas denn in meiner Gegenwart sagen könne!" eintrug. Ich hab laut gelacht als er von seinem Männerwochenende wieder kam und meinte "Danke für die Kondome, die mir natürlich genau dann aus der Tasche gefallen sind als XY neben mir stand, dem ich dann drei Stunden erklären durfte, warum mir meine Freundin Kondome mit gibt!" Wir haben gemeinsam darüber diskutiert, ob die Oberweite der Dame da im Fernsehen jetzt eigentlich echt oder doch Silikon sei. Wir haben den Playboy zusammen durch geblättert und hitzig argumentiert, welches der Playmates denn jetzt das heißeste sei.
Wir wären vermutlich immer noch zusammen wenn wir nicht den Fehler gemacht hätten, viel zu früh zusammen zu ziehen. Oder überhaupt zusammen zu ziehen. Wir sind da beide nicht für gemacht, unser Leben derart zu teilen. Auch wenn wir heute wieder zusammen wohnen, doch da sind wir noch nicht. Es dauerte nicht lange und mit Hilfe der Tatsache, daß es beruflich bei beiden zappenduster aussah, da gingen wir uns auf die Nerven. Es war das Zuviel der reinen Nähe, die gerade mir den klaren Blick geraubt hat. Und so starb ganz langsam vor allen Dingen eines: unser Sexleben. Und trotzdem hielten wir zusammen wie Pech und Schwefel.
Letztes Jahr im Frühling haben wir nach einer langen Unterhaltung irgendwann beschlossen, wir sind nicht mehr offiziell zusammen. Wir wohnen zwar noch so gut wie zusammen, wir streiten uns, wir werfen uns schonungslos ohne Schnörkel die Wahrheit an den Kopf, wir lachen, wir gucken Video, ich lasse mich nach wie vor gerne bekochen (schließlich kann er wie fast jeder besser kochen als ich ...), ich wasche seine Socken mit wenn ich mit meinen Klamotten alleine die Maschine nicht voll kriege und ähnlich wie Weihnachten, so alle Jahre wieder, haben wir auch mal Sex.
Wir sind immer noch Freunde. Eigentlich so gar mehr als das. Im Grunde sind wir im Moment mehr ein altes Ehepaar ohne Trauschein, wo einer den anderen fast so gut kennt wie sich selbst. So genügt auch ein Blickwechsel, wenn ich nach Hause komme damit er weiß, wie mein Wochenende war. "Du bist ja schon wieder da, ich hatte erst Montag mit Dir gerechnet! Ich brauch nicht fragen ob es gut war oder nicht, deine roten Ohren verraten dich auch so," bekomme ich auch heute noch zu hören.
Und genau deswegen ist er Teil meines Lebens. Immer noch. Ich weiß, er hat Ecken und Kanten. Er hat dunkle Seiten und Probleme, die nichts mit mir zu tun haben und bei denen er sich von mir nicht helfen lassen will. Doch das interessiert mich nicht, weil er noch so viel mehr ist. Er war der Erste und er hat mir die ersten Schritte auf einem steinigen Weg gewiesen, der alles andere als einfach ist, mir aber im Laufe der Zeit so intensive Momente geschenkt hat, daß er jeden einzelnen Stein wert war.
Auch wenn wir uns in den acht Jahren verändert haben und mit uns die Gefühle. Es ist immer noch Liebe. Er hat immer noch einen Platz in meinem Herzen. Das ist in Ordnung, es gibt dort mehr Platz als nur für einen einzigen Menschen alleine. Wäre ja auch Platzverschwendung, so irgendwie.

