Zeit vergeht
Das Wasser rinnt durch meine langen Haare und nimmt die Reste des Shampoos mit sich. Ein schaumiger Bach, der im Abfluß verschwindet. Der zarte Geruch von Orangenblüten klammert sich an den Wasserdampf, verteilt sich im Raum. Ich stehe unter der Dusche und lasse in meine Gedanken verloren Wasser über meinen Körper laufen. Aus dem Wohnzimmer dringt Metallica bis zu mir, reißt mich aus Deiner Welt zurück in meine. Ist es wirklich schon so lange her, daß ich in Deiner Dusche stand und Dich in der Küche pfeifen hören konnte?
Es war ein Wintertag. Wir sehen uns meistens im Winter, ist Dir das schon einmal aufgefallen? Knackig kalt und die Sonne schien. Wir sind den ganzen Tag über Hügel und durch Wälder marschiert, haben das Glitzern der Sonne in zugefrorenen Bächen bewundert und leere Schneckenhäuschen von den stillgelegten Bahngleisen gesammelt. Sie liegen in meinem Badezimmer auf der Ablage, ich sehe sie jedes Mal wenn ich mir die Zähne putze oder Hände wasche. Gefrorenes Laub knirschte unter unseren Schuhsohlen. Du bliebst stehen und hobst eine Feder auf. Stecktest sie mir ins Haar und küßtest mich. Wir gingen Hand in Hand weiter.
Die Sonne stand schon tief als wir bei Dir ankamen. Ich war ein Eiszapfen und fühlte mich halb erfroren als ich in Deinem Flur die Schuhe auszog. Ich solle warm duschen gehen und Du würdest uns derweil was in der Pfanne zusammen rühren, schlugst Du mir vor. Der Bademantel hänge am Haken im Badezimmer. Ich ging duschen und konnte Dich in der Küche pfeifen hören. Das warme Wasser tat gut und wieder aufgetaut schlüpfte ich in Deinen Bademantel, ging zur Küche, lehnte mich an den Türrahmen und sah Dir zu.
Ich mag Deinen Gesichtsausdruck, wenn Du Gemüse schneidest. Du lächelst wenn Du kochst. Ein Lächeln, das niemandem gilt, sondern dem, was Du tust. Ich fühlte mich warm und gut aufgehoben. Du weißt, ich bin gerne bei Dir und ich erlaube Dir, mich zu „bemuttern“. Für gewöhnlich mache ich das. Kakao mit Amaretto machen, herum wuseln, manchmal auch kochen für Gäste. Eben alles tun, damit sie sich bei mir wohlfühlen. Bin ich selber Gast, will ich nicht zur Last fallen. Ich lasse mich nicht gerne bedienen. Doch ich mag das, wenn Du für mich kochst oder mir einfach nur einen Kakao bringst. Ich sah Dich den Herd an machen, einen Topf mit Wasser darauf stellen. Und plötzlich fragte ich Dich, ob das Essen nicht noch Zeit hat.
Du schautest mich erstaunt an. Hast mich lächelnd gemustert und den Herd wieder ausgestellt. Kamst auf mich zu, nahmst meine Hand und zogst mich ins Schlafzimmer. Die untergehende Sonne malte durch die Bäume vor dem Fenster lange Schatten auf den Boden. Das Licht war unbeschreiblich weich als ich Dich von Deinen Kleidern befreite. Mit einer fließenden Bewegung schobst Du den Bademantel von meinen Schultern. Er fiel unbeachtet zu Boden. Ich zog Dich auf das Bett. Schüttelte den Kopf als Deine Hand langsam über die Innenseite meines Oberschenkels strich. Dein Blick war fragend. „Kein Brimborium, fick mich einfach. Langsam und ohne Schnörkel,“ sagte ich leise.
Klassisch. Ich unten, Du oben. Gemeinsam im rotgoldenen Licht der untergehenden Sonne den gemeinsamen Rhythmus finden. Ich spürte Dich tief in mir während ich Dir in die Augen schaute. Sie haben die Farbe von dunklem Bernstein, Deine Augen. Deine Hand griff nach meiner, unsere Finger verschränkten sich ineinander. Hielten uns aneinander fest während wir ineinander dahin trieben. Es war still, nur unser Atem war zu hören. Nicht einmal laut, nur schneller. Dein Gewicht auf meinem Körper, Dein Brustkorb auf meinem Oberkörper. Ich konnte Dein klopfendes Herz spüren und plötzlich war es da. Dieses intensive und warme Gefühl, als wolle mir das Herz zerspringen, das mir die Luft nahm. Diese unglaubliche Wärme beim Blick in Deine Augen. Als Du in mir kamst, warst Du tiefer in meiner Seele als je zuvor. Ich hatte an diesem Nachmittag nicht einmal einen Orgasmus. Und ich brauchte keinen. Es war nicht die Art von Sex, die einen nach einer gefühlten Ewigkeit erschöpft in den Schlaf sinken läßt.
Wir blieben eine Weile so liegen. Wortlos. Es gab keine Worte für das, was zwischen uns statt fand. Ich konnte in Deinen Augen lesen, was Du dachtest und fühltest und ich nehme an, Du sahst in meinen Augen ähnliches. Jedes Wort hätte den Zauber zerstört, das warme Gefühl vertrieben. Irgendwann lösten wir uns voneinander. Die Nacht hatte ihren angestammten Platz eingenommen. Zogen uns an und gingen in die Küche. Ich setzte mich im Schneidersitz vor die Heizung, Du hast mir ein Glas Rotwein eingegossen. Ich habe Dir beim Kochen zugeschaut und mich warm, geborgen und geliebt gefühlt.
Das warme Gefühl ist immer noch da. Jedesmal, wenn ich an Dich denke. Es hat sich in meinem Herzen eingenistet und es hat da seinen richtigen Platz. Du hast nie an mir gezerrt, nie etwas von mir verlangt. Du hast mich genauso akzeptiert wie ich bin. Es wird wieder Winter. Zeit, daß wir uns wieder sehen. Wenn ich wieder fahre, dann wird es mir das Herz zerreißen, denn dort ist nicht nur Platz für Dich. Du weißt das und hast es mir nie zum Vorwurf gemacht. Ebenso wenig habe ich Dir Dein Leben zum Vorwurf gemacht. Wir sind, was wir sind. Wir begegnen uns genau so und nicht anders. Du bist etwas besonderes, wirst es immer bleiben.
Ich sehe Dich, wenn der Frost die Luft klirren läßt und gefrorenes Laub unter unseren Sohlen knirscht. Die Tage kurz sind und die Nächte kalt und klar. Gehen wir wieder Sternschnuppen beobachten? Oben auf dem Hügel, Rücken an Rücken, und wünschen uns was dabei?
Es war ein Wintertag. Wir sehen uns meistens im Winter, ist Dir das schon einmal aufgefallen? Knackig kalt und die Sonne schien. Wir sind den ganzen Tag über Hügel und durch Wälder marschiert, haben das Glitzern der Sonne in zugefrorenen Bächen bewundert und leere Schneckenhäuschen von den stillgelegten Bahngleisen gesammelt. Sie liegen in meinem Badezimmer auf der Ablage, ich sehe sie jedes Mal wenn ich mir die Zähne putze oder Hände wasche. Gefrorenes Laub knirschte unter unseren Schuhsohlen. Du bliebst stehen und hobst eine Feder auf. Stecktest sie mir ins Haar und küßtest mich. Wir gingen Hand in Hand weiter.
Die Sonne stand schon tief als wir bei Dir ankamen. Ich war ein Eiszapfen und fühlte mich halb erfroren als ich in Deinem Flur die Schuhe auszog. Ich solle warm duschen gehen und Du würdest uns derweil was in der Pfanne zusammen rühren, schlugst Du mir vor. Der Bademantel hänge am Haken im Badezimmer. Ich ging duschen und konnte Dich in der Küche pfeifen hören. Das warme Wasser tat gut und wieder aufgetaut schlüpfte ich in Deinen Bademantel, ging zur Küche, lehnte mich an den Türrahmen und sah Dir zu.
Ich mag Deinen Gesichtsausdruck, wenn Du Gemüse schneidest. Du lächelst wenn Du kochst. Ein Lächeln, das niemandem gilt, sondern dem, was Du tust. Ich fühlte mich warm und gut aufgehoben. Du weißt, ich bin gerne bei Dir und ich erlaube Dir, mich zu „bemuttern“. Für gewöhnlich mache ich das. Kakao mit Amaretto machen, herum wuseln, manchmal auch kochen für Gäste. Eben alles tun, damit sie sich bei mir wohlfühlen. Bin ich selber Gast, will ich nicht zur Last fallen. Ich lasse mich nicht gerne bedienen. Doch ich mag das, wenn Du für mich kochst oder mir einfach nur einen Kakao bringst. Ich sah Dich den Herd an machen, einen Topf mit Wasser darauf stellen. Und plötzlich fragte ich Dich, ob das Essen nicht noch Zeit hat.
Du schautest mich erstaunt an. Hast mich lächelnd gemustert und den Herd wieder ausgestellt. Kamst auf mich zu, nahmst meine Hand und zogst mich ins Schlafzimmer. Die untergehende Sonne malte durch die Bäume vor dem Fenster lange Schatten auf den Boden. Das Licht war unbeschreiblich weich als ich Dich von Deinen Kleidern befreite. Mit einer fließenden Bewegung schobst Du den Bademantel von meinen Schultern. Er fiel unbeachtet zu Boden. Ich zog Dich auf das Bett. Schüttelte den Kopf als Deine Hand langsam über die Innenseite meines Oberschenkels strich. Dein Blick war fragend. „Kein Brimborium, fick mich einfach. Langsam und ohne Schnörkel,“ sagte ich leise.
Klassisch. Ich unten, Du oben. Gemeinsam im rotgoldenen Licht der untergehenden Sonne den gemeinsamen Rhythmus finden. Ich spürte Dich tief in mir während ich Dir in die Augen schaute. Sie haben die Farbe von dunklem Bernstein, Deine Augen. Deine Hand griff nach meiner, unsere Finger verschränkten sich ineinander. Hielten uns aneinander fest während wir ineinander dahin trieben. Es war still, nur unser Atem war zu hören. Nicht einmal laut, nur schneller. Dein Gewicht auf meinem Körper, Dein Brustkorb auf meinem Oberkörper. Ich konnte Dein klopfendes Herz spüren und plötzlich war es da. Dieses intensive und warme Gefühl, als wolle mir das Herz zerspringen, das mir die Luft nahm. Diese unglaubliche Wärme beim Blick in Deine Augen. Als Du in mir kamst, warst Du tiefer in meiner Seele als je zuvor. Ich hatte an diesem Nachmittag nicht einmal einen Orgasmus. Und ich brauchte keinen. Es war nicht die Art von Sex, die einen nach einer gefühlten Ewigkeit erschöpft in den Schlaf sinken läßt.
Wir blieben eine Weile so liegen. Wortlos. Es gab keine Worte für das, was zwischen uns statt fand. Ich konnte in Deinen Augen lesen, was Du dachtest und fühltest und ich nehme an, Du sahst in meinen Augen ähnliches. Jedes Wort hätte den Zauber zerstört, das warme Gefühl vertrieben. Irgendwann lösten wir uns voneinander. Die Nacht hatte ihren angestammten Platz eingenommen. Zogen uns an und gingen in die Küche. Ich setzte mich im Schneidersitz vor die Heizung, Du hast mir ein Glas Rotwein eingegossen. Ich habe Dir beim Kochen zugeschaut und mich warm, geborgen und geliebt gefühlt.
Das warme Gefühl ist immer noch da. Jedesmal, wenn ich an Dich denke. Es hat sich in meinem Herzen eingenistet und es hat da seinen richtigen Platz. Du hast nie an mir gezerrt, nie etwas von mir verlangt. Du hast mich genauso akzeptiert wie ich bin. Es wird wieder Winter. Zeit, daß wir uns wieder sehen. Wenn ich wieder fahre, dann wird es mir das Herz zerreißen, denn dort ist nicht nur Platz für Dich. Du weißt das und hast es mir nie zum Vorwurf gemacht. Ebenso wenig habe ich Dir Dein Leben zum Vorwurf gemacht. Wir sind, was wir sind. Wir begegnen uns genau so und nicht anders. Du bist etwas besonderes, wirst es immer bleiben.
Ich sehe Dich, wenn der Frost die Luft klirren läßt und gefrorenes Laub unter unseren Sohlen knirscht. Die Tage kurz sind und die Nächte kalt und klar. Gehen wir wieder Sternschnuppen beobachten? Oben auf dem Hügel, Rücken an Rücken, und wünschen uns was dabei?
Rosenrote - 1. Dez, 01:35 - Kategorie: 11 Minuten

