Tja, wie sieht das Liebesleben der Rosenrote gerade aus?
- Da hätten wir den besten aller Ex-Freunde, mit dem das Fräulein so gut wie zusammen wohnt. Man teilt sich Internet- und Telefonkosten, kocht ab und an zusammen, streitet sich um die Fernbedienung und immer noch ist er der beste Freund, den das Fräulein je hatte. Ganz egal, wie düster es am Horizont aussehen mag, er hört ihr zu ohne gleich das Bedürfnis zu verspüren, sich in eine schimmernde Rüstung werfen und auf einen Schimmel springen zu müssen, um Rapunzel aus ihrem Turm zu erretten.
- Mann zwei. Der Mann, der das Fräulein am Anfang des Jahres beeindruckte und mit dem sie immer noch Sex hat. Genau, den guten Sex ... Leider spricht das Fräulein Kisuaheli wenn es darum geht, Mann zwei klar zu machen, daß die Trennung vom besten aller Ex-Freunde mit ihm nicht viel zu tun hatte. Früher oder später wäre es ohnehin so gekommen, ob mit oder ohne hin. Kisuaheli scheint das Fräulein auch zu sprechen, wenn sie Mann Zwei zu erklären versucht, daß sie zum einen nicht das ist, wozu er sie auserkoren hat, und zum anderen wenn sie sich nicht verbiegen läßt, um dem zu entsprechen was er sich so vorstellt.
- Den Liebhaber. Ein dem Fräulein sehr ähnlicher Mann, wesentlich älter als sie und jemand, der schon seit Jahren einen Platz in ihrem Leben hat. Wenn auch einen vermutlich sehr merkwürdigen, legt man normale gesellschaftliche Maßstäbe an. Der beste aller Ex-Freunde wußte immer von ihm und hatte damit nie ein Problem. Mann Zwei würde dem Fräulein vermutlich das Fell über die Ohren ziehen, wenn er wüßte, daß er existiert und immer noch mit "seiner Freundin" schläft.
- Des weiteren ein Mann, auch wieder wesentlich älter als das Fräulein (was hat sie nur mit den Älteren?), mit dem sie Katz und Maus spielt. Ein heißer Flirt, der Spaß macht. Das Fräulein ist versucht, das Spiel auf eine weitere Ebene zu bringen, allerdings macht ihr vorerst das Spielen viel zu viel Spaß.
- Ein süßer Arbeitskollege, vom dem das Fräulein ab und an träumt und ihm heimlich hinter her schwärmt wenn nicht allzuviel Arbeit auf dem Schreibtisch liegt. Harmlos an und für sich, aber ab und an braucht jeder ein bißchen Schwärmerei.
- Ein Freund, der zu ihr nicht nein sagen würde. Man wird sehen, wohin das noch führen wird ...
Vermutlich wird das Fräulein irgendwann mal als alte Frau enden, die in einer großen Wohnung mit einem halben Dutzend Katzen lebt ...
Rosenrote - 10. Nov, 11:36 - Kategorie:
About us
nach monatelangem Kampf habe ich wieder zu meinem häuslichen Wesen gefunden.
Es gibt zwei in mir - das häusliche und das stets jagende Wesen. Früher herrschte das jagende. Das häusliche stand im Hintergrund und scheiterte immer wieder mit seinen Putschversuchen. Vor einigen Jahren begab sich das jagende in den wohlverdienten Vorruhestand und überließ dem häuslichen das Terrain.
Letztes Jahr holte jedoch ein Fremder das jagende aus seinem Ruhestand und bescherte ihm einen "zweiten Frühling". Das häusliche schimpfte mit dem jagenden, ein monatelanger Kampf entbrannte.
Nun ist das jagende Wesen wieder zur Ruhe gekommen und genießt wieder seinen Ruhestand.
Und das häusliche Wesen hat wieder glücklich die Herrschaft übernommen.
Ich kann sogar wieder sehr aufregenden Männern widerstehen. An gewissen Tagen im Monat - mit einer gewissen Portion gewisser Hormone - fällt es mir allerdings sehr sehr schwer...
Schneeweischen - 9. Nov, 20:08 - Kategorie:
About us
Ich habe es vor lauter Frühlingsgefühlen und Widrigkeiten des Alltags vollkommen verschlafen. Elf Minuten ist jetzt seit einem halben Jahr online, hat 144 Beiträge und 1052 Kommentare. 30.803 Benutzer haben uns besucht, unsere Texte gelesen, mit uns diskutiert und hoffentlich eine gute Zeit gehabt.
Ich würde sagen, auf die nächsten sechs Monate. Hoch die Tassen!
Rosenrote - 20. Apr, 00:40 - Kategorie:
About us
Man soll vorsichtig sein mit dem, was man sich wünscht. Denn Wünsche können in Erfüllung gehen und manchmal nicht auf die Art und Weise, wie wir uns das ausgemalt haben ... Dessen bin ich mir schon lange bewußt. Was ich allerdings nicht gedacht hätte, ist die Tatsache, daß man jetzt schon aufpassen muß, was
einem gewünscht wird. Denn auch diese Wünsche können in Erfüllung gehen - sehr zu meinem Erstaunen.
Da bin ich wohl einem Irrtum aufgesessen, ich dachte nämlich immer, ich kenne mich und meine Grenzen. Offensichtlich ist dem nicht so, die ein oder andere Grenze wurde in den letzten Tagen sehr offensichtlich gesprengt. Fasziniert und erstaunt betrachte ich mich selber. Zeit, mich neu zu definieren?
Rosenrote - 13. Apr, 13:42 - Kategorie:
About us
Prinzipien sind eine feine Sache. Ich mag Leute, die welche haben und ich bewundere Menschen, die sich auch daran halten. Ich habe nicht mal eine handvoll Prinzipien und gegen die verstoße ich auch noch. Das Ende vom Lied? Ein Kerl mit Depressionen, der nicht mit mir reden will. Ein weiterer, der mir aus heiterem Himmel plötzlich den Zickenkrieg erklärt hat. Und ein dritter, der mich an einem meiner wunden Punkte erwischt hat und der eigentlich tabu wäre - hielte ich mich denn an meine eigenen Prinzipien.
Von wem hab ich das bloß, mein eigenes Leben immer möglichst kompliziert gestalten zu müssen? Vielleicht sollte ich mir einen Hund kaufen - auch damit krieg ich Bewegung (wenn auch der anderen Art und an frischer Luft) und den kann ich kastrieren lassen ...
Rosenrote - 18. Feb, 15:37 - Kategorie:
About us
Eine dieser Geschichten, wo Mann und Frau sich mögen, sich verabreden um gemeinsam für eine Projekt-Arbeit zu schuften und auf sich auf einmal recht unbekleidet in der Horizontalen wieder finden. Soll passieren, so etwas. Eigentlich hatte ich ihn nicht als Kandidaten für meine Trophäensammlung vorgesehen, solche Dinge passieren eben einfach aus der Situation heraus. Vielleicht hätte ich die Finger vom Wein lassen sollen oder so. Wie gesagt, solche Dinge passieren. Danach guckt man sich meist verlegen an, sammelt seine Klamotten ein und verschwindet – wenn man sich mit jemandem eingelassen hat, für den Sex einen anderen, höheren Stellenwert hat als für einen selber.
Er war zum Glück recht locker und gelassen und so lagen wir unbekleidet auf seinem Teppich, teilten uns eine Zigarette und redeten. Bis er diesen Satz sagte. Der mich vollkommen aus den Socken hieb, die ich gar nicht mehr anhatte. „Du hast mir übrigens den Rücken zerkratzt, als du gekommen bist.“ Da lag ich und fragte mich, ob er das ernst meinte. „Aha,“ gab ich zurück. „Ja, oder bist du nicht ...“ er ließ den Satz unvollendet in der Luft hängen. Ich schüttelte den Kopf und Entsetzen zog über sein Gesicht. „Aber ich dachte ...“ er schaute mich an als sei ich ein Alien, daß gerade einer Raumkapsel entstiegen sei. „Aber dann wars für dich ja gar nicht gut!“ er guckte so enttäuscht, daß ich mich fragte, warum ich nicht einfach genickt habe und die Sache auf sich beruhen ließ.
Ich hab die Nacht danach in meinem eigenen Bett gelegen und mich gefragt, warum Männern das eigentlich so furchtbar wichtig ist. Es heißt schließlich Orgasmus und nicht Orgas-Muss. Und wer sagt, daß Sex nicht auch befriedigend sein und Spaß machen kann ohne sich auf die große Jagd nach dem kleinen Tod zu begeben? Ich kann mich an Gelegenheiten erinnern, wo ich mich nach dem zehnten Orgasmus umgedreht habe und mir trotzdem unbefriedigt vorkam. Gut, das ist eher sehr seltene Ausnahme als die Regel, aber trotzdem, es kam schon vor. Sex ist schließlich kein Marathonlauf, bei dem es darauf ankommt, ums Verrecken das Ziel zu erreichen. Während ich so im Dunkeln die Decke anstarrte und nachdachte, ging mir irgendwann auf, daß ich im Verhältnis zur Häufigkeit meines Sexes eher selten den Gipfel erreiche. Und trotzdem der Meinung war, ein befriedigendes Sexualleben zu haben.
Ich begann, mich im Freundeskreis umzuhören. Sex ist ja schließlich ein Thema, das ständig irgendwie auf den Tisch kommt – früher oder später. Ich bekam des öfteren von Frauenseite zu hören, daß Sex ohne über den Gipfelstürmen nicht das wahre sei und ließ mir von einem Freund erklären, daß Männer wohl auch Orgasmen ohne Ejakulation haben können. Was dann zum Schluß führte, daß nicht nur Frauen das große O vortäuschen. Ich grübelte weiter darüber nach, denn ich wollte das nicht so stehen lassen – es hätte ja bedeutet, daß ich irgendwo was falsch mache.
Den eigenen Sex unter die Lupe zu nehmen hieß die Devise. Ich wühlte in Erinnerungen und suchte nach dem Grund, warum mir der eigene Orgasmus so oft ziemlich gleichgültig ist. Und stellte fest, es geht für mich nicht darum, einen kleinen Tod zu sterben sondern um das Jagen und darum, die Oberhand zu behalten. Dann geht es für mich darum, den Jagdtrieb zu befriedigen – und das geht eben auch ohne wilde Zuckungen und die Bilder von der Wand zu röhren. Und machen wir uns nichts vor, wenn ich zu einem Kerl „Nein“ sage, dann meine ich das auch so und er wird mit seinem besten Stück nie da landen, wo er hin möchte. Die letzte Entscheidung bleibt bei mir und aus genau diesem Wissen ziehe ich die Befriedigung. Einem Mann in die Augen zu schauen, der tief in einem kommt und zu sehen, wie er für diesen Moment jegliche Kontrolle verliert, ist ein sehr mächtiges, sehr geiles und sehr befriedigendes Gefühl.
Das wäre einer der Gründe. Ein anderer ist schlicht und ergreifend der, daß ich nicht zu den gesegneten Frauen gehöre, die es beim einfachen Rein-Raus-Spielchen über die Ziellinie schaffen. Sondern da gehört mehr Stimulation und vor allen Dingen viel Zeit sowie Vertrauen zu. Zeit, die ich mir oft selber nicht gebe wenn ich jage. Denn dann will ich die Beute erlegen und ihr dabei in die Augen schauen. Warum denn aber Vertrauen? Nun, für mich bedeutet ein Orgasmus, mich vollkommen zu vergessen, hinzugeben, in diesem Moment wehrlos zu sein und die Kontrolle aufzugeben. Und das geht nicht mit jedem, mit dem ich Sex habe, sondern nur mit Männern, denen ich vertraue und die ich nicht als zu erlegende Beute begreife. Es gibt verschiedene Gründe, Sex zu haben. Wenn mich der Jagdtrieb packt, dann hat das wenig mit Vertrauen und Liebe zu tun. Es ist eine ganz andere Art von Sex und ich sehe keinen Mann als Versager, nur weil er mich nicht bis zum Gipfel gescheucht hat. Wir erinnern uns? Orgasmus, nicht Orgas-Muss. Es muß nicht der kleine Tod sein, das Gefühl, gut gefickt worden zu sein reicht mir manchmal vollkommen.
Dann gibt es noch Geschichten wie
diese, die einfach keinen Orgasmus brauchen weil es nicht um den Sex, sondern um die Gefühle dabei geht und Sex ein Weg ist, diese auszudrücken und eine Verbindung zum anderen zu schaffen. Sex mit jemandem, den man liebt, hat eine ganz andere Qualität als mit einem Kerl, den man sich irgendwo und sei es auf einer neunstündigen Zugfahrt anlacht. Sich an den Standards anderer zu messen ist also nicht wirklich mein Ding und ich sehe auch heute noch nicht ein, warum ich nicht einfach Spaß haben kann statt mich auf einen Marathon begeben zu müssen, wenn ich die Ziellinie gar nicht erst anvisiere. Ich mag meinen Sex und in den meisten Fällen finde ich ihn befriedigend – und wenn wir Butter bei die Fische geben, dann kann ich auch genug Orgasmen nur mit mir selber haben.
Rosenrote - 23. Dez, 03:06 - Kategorie:
About us
Ich brauche nur ein wenig von ihm auf einem Bild sehen... eine Gesichtshälfte, nur ein Auge, seine Hand... seine Augenbraue... und ich fange an zu brennen.
Was finde ich an ihm bloß so anziehend (ausziehend... ;-)) ?
Er strahlt wahnsinnig viel Männlichkeit aus. Sein Gesicht, seine Körperbehaarung, seine Mimik, Gestik, wie er spricht, und insbesondere wie er guckt - sein Blick. Was er sagt. Sein Selbstbewußtsein. Wie er mit mir umgeht. Sein Wissen (Leben, Job, usw). Seine Hilfsbereitschaft. Sein klarer Verstand. All das und noch viel mehr lässt mich großen Respekt vor ihm haben. Er ist der zweite Mann in meinem Leben, der es geschafft hat, mich so richtig zu beeindrucken und... zu beherrschen - ohne dass ich mich unterwerfen muss... und dem ich ohne weiteres mein Leben anvertrauen würde.
Ich bin schon so vielen Männern begegnet... keiner sonst schaffte es auch nur annähernd dahin. Ich hatte einfach keinen Respekt vor denen.
Ich mag es, wenn Männer sich im Leben behaupten können. Wenn sie mich ertragen können - so wie ich bin - und mich nicht ändern wollen. Wenn sie mir manchmal überlegen sind.
Schneeweischen - 19. Nov, 00:15 - Kategorie:
About us
Ja, das ist der Titel einer Heimwerker-Sendung – unter anderem. Doch nicht nur das, dort wo ich aufgewachsen bin, war es auch ein gern genommenes Synonym für Selbstbefriedigung. Es gibt unheimlich viele Ausdrücke dafür, manche verniedlichend, andere wissenschaftlich oder aber herabsetzend. Für mich trifft es „Liebe an und für sich“ oder auch „Selbstliebe“ am besten. Selbstbefriedigung ist ein wichtiger Teil der menschlichen Sexualität und für mich ein so selbstverständlicher Teil, daß ich lange grübeln mußte, um mich an meine eigenen Anfänge erinnern zu können.
Ich war dreizehn und wir waren zu Besuch bei Verwandten. Meine Tante liebte Frauenmagazine, die Dinger waren überall im Haus zu finden. Da standen neben den neuesten Diäten, Modetrends und Frisuren auch immer Artikel über Sexualität drin. Kennt man ja, die sechs Tips wie man zur ultimativen Sex-Göttin wird oder fünfundzwanzig Ratschläge, das eingeschlafene Liebesleben aufzupeppen. Im Höchstfall amüsant zu lesen und ab und an findet man da auch die ein oder andere nette Anregung, doch wirklich ernst nehmen kann ich das nicht. Da ich als Teenager nie Bravo gelesen habe (nicht, weil sie in meinem Elternhaus unerwünscht gewesen wäre, sondern weil ich sie langweilig fand) und dementsprechend auch nicht über das Standardwissen eines Dr. Sommer lesenden Gleichaltrigen verfügte, fand ich diese Artikel natürlich ... aufregend.
Ich finde es immer wieder erstaunlich, daß unsere Gesellschaft so hartnäckig negiert, daß auch Kinder bereits sexuelle Wesen sind und Spaß daran haben können, sich selber zu berühren und zu entdecken, was sich da „zwischen den Beinen“ befindet. Kinder mögen ihre Art der Sexualität noch nicht in Verbindung setzen mit dem, was ein Erwachsener unter dem Begriff versteht, für sie ist es ein Spiel. Ich kann mich daran erinnern, daß mit den Nachbarskindern irgendwo in einer Ecke in aller Ruhe Doktorspiele und ähnliches stattfanden und keines von uns Kindern wäre je auf die Idee gekommen, daß wir da etwas Verbotenes oder gar schlechtes tun. Ich halte das für vollkommen normal, wenn Kinder sich auf diese Art von Entdeckungsreise im geschützten Rahmen untereinander begeben. Allerdings haben Erwachsene meiner Meinung nach in eben diesem Rahmen nichts verloren. Ich muß sieben oder acht gewesen sein, genau kann ich mich daran nicht mehr erinnern, als mir zum ersten Mal auffiel, daß meine Berührung im Intimbereich angenehme Gefühle auslöst – ohne jedoch wirklich einen Zusammenhang zu Sex herstellen zu können.
Doch zurück zu meiner Tante und ihren Frauenmagazinen. Da ich eine sehr prüde Biologie-Lehrerin hatte, die sich bis zur zehnten Klasse um das Thema Sexualität und Fortpflanzung drückte, kannte ich zwar die Abbildungen im Biobuch und die mageren Texte dazu, doch wirklich viel Wissen war das nicht. Es beschränkte sich auf Veränderungen, die äußerlich und innerlich im Körper statt fanden. Bei meiner Tante fand ich dagegen in einer der Zeitschriften einen Artikel (mit entsprechenden Abbildungen), der sich mit Selbstbefriedigung beschäftigte. Ich klaute die Zeitschrift und ging unter dem Vorwand, daß der Hund ja raus müsse, spazieren. In einer stillen Ecke des Parks beschlagnahmte ich eine Bank und studierte Artikel so wie Abbildungen. Vollkommen fasziniert, war Sex bis jetzt doch nur das, was zwischen zwei sich liebenden Menschen statt fand und biologisch gesehen der Fortpflanzung diente.
Nun sind solche Artikel nicht unbedingt für pubertierende Teenager geschrieben und so las ich dort etwas von sich selber entdecken, Taschenspiegeln, G-Spot, Klitoris, Experimenten mit Duschköpfen, Vibratoren, erogenen Zonen, Fantasien und mehr. Zum Glück ist meiner Tante nicht aufgefallen, daß die Zeitschrift verschwunden war (und es auch blieb) oder sie war diskret genug, mich nicht darauf anzusprechen. Ich fing an zu experimentieren. Schon einmal versucht, gleichzeitig eine Taschenlampe und einen Handspiegel festzuhalten während man versucht, äußere von inneren Schamlippen zu unterscheiden? Diese ungewohnte Sicht auf mich selber hatte gleichzeitig etwas erschreckendes und doch sehr faszinierendes an sich.
Ich hatte zu dem das Glück, in einer Familie aufzuwachsen, in der Sexualität nie ein negativ besetztes oder aber überdiskutiertes Thema war. Es gab sie, das war gut so und wenn es Fragen gab, wurden sie beantwortet (manchmal mit sehr roten Ohren meiner Eltern). Ich denke, meine Eltern wußten genau, was meine Geschwister und ich trieben, wenn einer von uns stundenlang das Badezimmer besetzte – was etwas egoistisch ist wenn nur ein Badezimmer im Haus existiert. Sie haben uns nie darauf angesprochen, es gar verboten oder herabsetzendende Witze darüber gemacht. Wir wurden lediglich gebeten, doch das Duschen etwas einzuschränken als mein Vater es satt hatte, stundenlang zu warten um sich mal die Zähne putzen zu können. Er ließ uns sogar Wa(h)re Liebe mit Lilo Wanders auf Vox gucken, auch wenn er sich dabei immer diskret anders beschäftigte. Entweder mußte irgendwas abgewaschen, die Zähne geputzt oder aber Unterlagen sortiert werden ... Er war der Meinung „Wenn die Kinder (pubertierende Teenager ...) im Fernsehen gucken dürfen, wie Menschen umgebracht werden, dann sollten sie auch anschauen dürfen, wie Menschen, ähm, gemacht werden ... und was da, ähm, so zu gehören kann.“
Den ersten Orgasmus hatte ich mit knapp sechzehn - zumindest erkannte ich da, daß es einer war. Ich experimentierte mit mir selber und fand auch irgendwann heraus, meine Freundinnen lieben sich selber ebenfalls. Wir tauschten uns (meist im schwummerigen Licht einer einzigen Kerze) verschwörerisch darüber aus, was und wie und wo wir am liebsten mochten. Irgendwann kamen bei mir undeutliche Fantasien dazu, ohne jemals Sex gehabt zu haben hat man nun mal nur eine sehr eingeschränkte Vorstellung darüber, wie das so sein könnte. Ich lernte mich selber kennen, wo ich empfindlich war, was mir gar nicht zu sagte, welche Art von Berührung und wo, wie feste oder wie sanft, schaute mir im Spiegel selber dabei zu und stellte erstaunt fest, daß sich die Farbe und Form ändert bei Erregung und Orgasmus. Manchmal nutzte ich den Sex mit mir selber nur, um sexuelle Spannung abzubauen und manchmal zelebrierte ich das Ganze – sprich, vorher Baden, Zimmer abschließen, Musik und Kerzenlicht und ... Räucherstäbchen. Ab und zu rauchte ich vorher gemütlich Gras, nachdem ich heraus gefunden hatte, daß ich stoned sehr empfindlich auf Berührungen generell reagierte und es mich zu dem sehr entspannte.
Bis zu meiner ersten Beziehung war Selbstbefriedigung etwas, das exklusiv nur mir gehörte. Um so entsetzter war ich, als M. mich fragte, ob ich mir vorstellen könne, ihn dabei zu sehen zu lassen. Ich saß auf dem Sessel und zog mir gerade die Schuhe aus, schaute ihn vollkommen entsetzt an und fragte, ob er sie noch alle habe. Er zuckte zurück und murmelte, es wäre ja nur ein Vorschlag gewesen. Ungnädig erklärte ich, daß ich eventuell darüber nachdenken würde und ging duschen. Und unter der Dusche dachte ich darüber nach. Ausführlich genug, um ein sehr erregtes Kribbeln zwischen meinen Schenkeln zu produzieren. Ich trabte danach im Bademantel in sein Zimmer, schob den Stuhl vors Bett und sagte etwas, das verdächtig nach „In Ordnung, du darfst zusehen – zu meinen Bedingungen!“ klang.
Ich ließ ihn auf dem Stuhl Platz nehmen, band seine Knöchel mit zwei Gürteln an die Stuhlbeine und seine Hände hinter der Lehne fest, stellte mich zwischen Bett und Stuhl und ließ den Bademantel von den Schultern rutschen – und fühlte mich wesentlich weniger mutig als noch vor ein paar Minuten unter der Dusche. Ich setzte mich aufs Bett, eine Hand auf meinen Schamlippen, die Beine breit gespreizt und knüllte mit der anderen Hand Decke und Kissen so in meinem Rücken, daß ich ihm in die Augen sehen konnte. Dann schloß ich einfach die Augen und stellte mir vor, ich wäre alleine – was am Anfang noch durchaus machbar war, doch je mehr ich mich selber erregte, desto öfter hörte ich M. unruhig auf seinem Stuhl hin und her rutschen. Irgendwann schlug ich die Augen auf und blickte direkt in seine. Ich hätte nie gedacht, je soviel Geilheit in seinen Augen sehen zu können. Eine Geilheit, die vollkommen auf mich übersprang. Und es war für mich vollkommen in Ordnung, ihn hier in diesem geschützten Raum an etwas teilhaben zu lassen, was nur mir gehört. Er schien die Rolle des ungewollt passiven Zuschauers ebenso zu genießen wie ich mein Spiel mit mir selber.
Er ist auch bis heute der einzige Mann geblieben, dem ich dieses Geschenk je gemacht habe, auch wenn ich von dem ein oder anderen danach gefragt wurde. Denn für mich ist es genau das: ein Geschenk. Viele Frauen, die ich kenne, erachten ebenso wie ich Selbstbefriedigung als ihren privatesten und ureigenen Bereich der Sexualität. Nicht jede möchte ihn teilen und es gibt genug Frauen, denen es bereits unangenehm ist, darüber zu sprechen. Etwas, das ich vollkommen verstehen und akzeptieren kann - darüber zu reden ist in Ordnung, doch man muß auch nicht unbedingt alles tot quasseln. Deswegen verstehe ich Männer nur teilweise, wenn sie ihre Frauen oder Freundinnen dazu drängen, daran teilhaben zu wollen. Es hat nichts damit zu tun, ob eine Frau ihren Partner liebt oder nicht wenn sie sich dazu entscheidet, diesen Bereich ihrer Sexualität für sich zu behalten.
Liebe Männer, ihr könnt danach fragen, das spricht Euch niemand ab. Doch bitte seid so fair und akzeptiert, wenn Eure Partnerinnen nicht wollen. Ein Geschenk verlangt man nicht und man bettelt auch nicht darum. Man bekommt es – oder eben nicht. Wenn sie bereit ist, dieses Vergnügen mit Euch zu teilen, dann genießt es als das, was es ist: eben nicht selbstverständlich. Sie läßt Euch am Intimsten teilhaben, was sie hat. Erkennt das bitte an. Denn es braucht für viele Frauen sehr großes Vertrauen, sich derart zu präsentieren. Und, liebe Frauen, ich kann Euch ja schlecht ungeschoren davon kommen lassen: seid nett zu Euren Männern, wenn sie neugierig danach fragen und denkt zumindest einmal darüber nach ... Es kann eine Menge Spaß machen und so unter uns Weibern: wenn er lernfähig ist, dann ist das die beste Methode ihm direkt zu zeigen, was Euch Spaß macht.
Also, was macht Ihr alle noch hier? Liebt Euch selbst, entdeckt Euch, habt Spaß. Los, husch! ;-)
Rosenrote - 17. Nov, 15:16 - Kategorie:
About us